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Lukaschenko war beim Konzert, als der Sprengsatz explodierte (Foto: Archiv/.rufo)
Lukaschenko war beim Konzert, als der Sprengsatz explodierte (Foto: Archiv/.rufo)
Freitag, 04.07.2008

Explosion in Minsk fordert zahlreiche Verletzte

Minsk. Bei der Detonation eines Sprengsatzes im Zentrum von Minsk sind etwa 50 Menschen verletzt worden. Die Bombe ging während der Feierlichkeiten zum Tag der Unabhängigkeit hoch. Präsident Lukaschenko war Augenzeuge.

Der Anschlag ereignete sich am späten Donnerstag Abend. Die Feiern zum Unabhängigkeitstag waren gerade auf ihrem Höhepunkt. Ein Gala-Konzert hatte viele Besucher auf den „Siegerprospekt“, eine der zentralen Straßen von Minsk, gelockt. Unter den Besuchern war auch Weißrusslands dikatorisch regierender Präsident Alexander Lukaschenko.

Viele Arm- und Beinverletzungen bei den Opfern


Während zunächst von 37 Verletzten die Rede war, wurden die Angaben inzwischen auf etwa 50 korrigiert. Im Laufe der Nacht mussten immer mehr Menschen in die verschiedenen Krankenhäuser der Stadt eingeliefert werden.

Tote und Schwerverletzte soll es nach Angaben der Polizei nicht gegeben haben. Die meisten der Opfer weisen Arm- und Beinverletzungen auf. Die Operationen dauern zum Teil noch an.

Selbstgebastelter Sprengsatz explodierte während des Volksfestes


Die weißrussischen Behörden haben die Anschlagsstelle inzwischen abgesperrt. Die Ermittlungen laufen. Bisherigen Erkenntnissen zufolge handelt es sich bei der Bombe um einen selbstgebastelten Sprengsatz mit relativ geringer Spreng- und Splitterwirkung.

Bei Russland-Aktuell
• Anschlag in Minsk fordert knapp 50 Verletzte (04.07.2008)
• Lukaschenko droht: Kein Gas und Öl für EU (15.05.2008)
• Weißrussischer Oppositionspolitiker verhaftet (27.04.2006)
• Massenverhaftungen in Minsk nach Demo-Zerschlagung (27.03.2006)
• Proteste in Minsk von Polizei beendet (24.03.2006)
„Die Explosion war laut, eine kleine Rauchsäule stieg auf, es gab keine Blitze oder viele Splitter.. Die Milizionäre an der Absperrung erzählen, dass ein Feuerwerkskörper hochgegangen sei – nichts besonderes. Wer aber die vielen Krankenwagen gesehen hat, errät, dass irgendetwas passiert ist. Weil es keine Lichteffekte gab, aber dafür eine starke Druckwelle, glaube ich nicht, dass es ein Feuerwerk war, sondern irgendetwas selbst Gebasteltes“, berichtete ein Augenzeuge.

Inzwischen wurde auch offiziell mitgeteilt, dass es sich wohl um einen Anschlag handelt. Dennoch stufen die Behörden diesen Vorfall vorläufig nicht als Terroranschlag, sondern als Akt des Rowdytums ein.

Weißrussland – autoritär, aber sicher


Weißrussland galt bislang als zwar autoritär geführtes, aber sicheres Land. Separatistische Bewegungen wie im Nachbarland Russland gibt es nicht und die Opposition ist klein und zersplittert. Gewaltbereitschaft hat sie bisher nicht demonstriert.

Präsident Lukaschenko hatte die Lage selbst dann im Griff, als die Opposition vor zwei Jahren wegen Wahlfälschung zu Massendemonstrationen aufrief. Nach kurzem Zögern griff die Polizei hart durch und trieb die Demonstranten auseinander. Die Anführer der Opposition wurden verhaftet und verurteilt.



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