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Im Februar 2005 stürzte das Dach des Transvaal (Foto: NTW)
Im Februar 2005 stürzte das Dach des Transvaal (Foto: NTW)
Donnerstag, 17.03.2005

Luschkow als Ruinenbaumeister

Moskau. Dort, wo das einstürzende Dach über dem Hallenbad Transvaalpark im Februar vorigen Jahres 28 Menschen begrub, soll ein Fitness- bzw. Gesundheitszentrum entstehen. „Es wäre nicht rational, diesen Komplex, der Moskauer und Gäste der Hauptstadt aufnehmen kann, ungenutzt stehen zu lassen“, erklärte Oberbürgermeister Juri Luschkow.

Die Entscheidung wurde am vergangenen Mittwoch nach einem Jahr Zögern gefällt. Wie der Aquapark-Generaldirektor Sergej Arsentjew der „Wremja Nowostjei“ sagte, blieben teure italienische wassertechnische Anlagen in den Fundamenten eingemauert. Man könne sie nicht wieder herausnehmen. Deshalb wolle man sie doch vor Ort nutzen.

Dach und Fundamente werden verstärkt

Nach den Worten des Moskauer Stadtarchitekten Alexander Kusmin wird der erneuerte Komplex eine Fläche von 24.000 Quadratmetern haben. Die Fundamente „im Bereich der zerstörten Kuppel“ sollen verstärkt werden. Das neue Dach soll als hochfeste geklebte Verbundkonstruktion aus Holz und Metall ausgeführt werden und sich auf eine in einem Stück gegossene Eisenbetonkonstruktion und ein Säulenraster stützen.

Es wird wieder ein Bad

Bei Russland-Aktuell
• Doch keine Disco auf Transvaal-Trümmerfeld (28.04.2004)
• Aquapark-Eröffnung zum Zweiten (26.05.2004)
• Transvaal: Kommission hält Architekt für schuldig (31.03.2004)
• Projekt an der Narwa: Aquapark für Grenzgänger (14.02.2005)
• Luschkows Frau ist die reichste Russin (12.05.2004)
Der an Stelle der Ruine geplante Bau soll aus einem Fitnessteil und einem „Gesundheitswasserkomplex“ mit einer Fläche von jeweils 15.000 und 12.000 Quadratmetern bestehen. Die Umkleide- und Hilfsräume blieben nach der Februarkatastrophe stehen. Im Klartext: Es wird wieder ein Bad. OB Luschkow mahnte Planer und Bauleute, besonders auf die Baustoffqualität zu achten. Vor einem Jahr knickte eine der am Rand der Dachkonstruktion angebrachten Metallstützen ein.

Schuldige immer noch unbekannt

Zwar seien die am Einsturz Schuldigen noch nicht genannt worden, doch könne dieser Umstand dem Baubeginn nicht im Wege stehen, sagte Arsentjew. Alle Expertisen, darunter auch unbhängige, seien abgeschlossen. Und dann werde der Neubau ja erst in anderthalb bis zwei Jahren stehen (Der Satz „wenn kein Hahn mehr danach kräht“ blieb nicht ausgesprochen).

Störende Aspekte

Es gebe nur noch zwei störende Akzente, heißt es in einem Kommentar der Zeitung. Man frage sich, ob das altneue Dach fest genug sein wird und ob sich Besucher wieder in das Hallenbad trauen. Darauf gibt es zwei russische Antworten. Erstens schlägt es an ein- und derselben Stelle so gut wie nie zweimal ein. Und zweitens konnte nicht einmal die jüngste Flutwelle russische Urlauber aus Thailand vertreiben. Das Leben gehe weiter, sagte Luschkow.

(adu/.rufo)


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