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| Der Mord an Anna Politkowskaja war ein herber Schlag für Russlands Presse (Foto: newsru) | |
Freitag, 20.06.2008
Politkowskaja-Mord: Auftraggeber bleiben unbekannt
Moskau. Die Ermittlungen im Fall Politkowskaja sind abgeschlossen. Gegen drei Männer wird Mord-Anklage erhoben. Der mutmaßliche Haupttäter ist aber vorerst flüchtig – und die Hintermänner bleiben im Dunkeln.
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Als Organisatoren des weltweit für Aufsehen sorgenden Mordes an der Journalistin gelten der ehemalige Polizist Sergej Chadschikurbanow und der tschetschenische Kriminelle Lom-Ali Gaitukajew.
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Organisatoren, Täter und Helfershelfer aus Tschetschenien Gegen Gaitukajew wurde bislang aus technischen Gründen keine Anklage erhoben. Er soll später in einem eigenen Prozess verurteilt werden, da er während der Ermittlungen mit einem anderen Prozess „beschäftigt“ war, in dem er wegen versuchten Mordes zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurde.
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Als direkte Tatbeteiligte wurde zudem gegen die Brüder Dschabrail und Ibrahim Machmudow Anklage erhoben. Rustam, der dritte der Machmudow-Brüder, der nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft den Mord verübte, ist hingegen flüchtig. Er wird über Interpol gesucht.
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Der FSB-Offizier Pawel Rjagusow und Schamil Burajew, ein ehemaliger lokaler Verwaltungschef aus Tschetschenien, gelten hingegen nicht mehr als Tatbeteiligte.
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Geheimdienst-Mann gilt nicht mehr als schuldig Zwar hatte Rjagusow aus den FSB-Akten die Adresse Politkowskajas an seinen guten Bekannten Burajew weitergegeben, der die Information wiederum an seinen Schulfreund Gaitukajew weiterreichte. Doch nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wussten beide nicht, dass ein Mordanschlag auf die Journalistin vorbereitet wurde.
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Immerhin, Rjagusow muss sich in dieser Sache dennoch wegen Amtsmissbrauchs verantworten. Zudem wurde ein mehrere Jahre zurückliegender Fall wegen Erpressung gegen ihn wieder aufgenommen.
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Trotz der gesammelten Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft ist auch 20 Monate nach dem Mord an der kritischen Journalistin Anna Politkowskaja noch nicht klar, wer hinter der Tat steckt. Die Organisatoren Chadschikurbanow und Gaitukajew handelten nach Ansicht der Ermittler nicht aus persönlichen Motiven, sondern aus Geldgier.
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Die Auftraggeber und deren Motive: Fehlanzeige Der Mord an der Journalistin sei bei ihnen von „Personen, die unzufrieden mit den Enthüllungsmaterialien Politkowskajas über einige Politiker und regionale Führer waren“, bestellt worden, zitiert die Zeitung „Kommersant“ aus dem Ermittlungsbericht.
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Dies widerspricht damit den lautstarken Äußerungen des russischen Generalstaatsanwalts Juri Tschaika, der im August vergangenen Jahres erklärt hatte, dass den Behörden Täter und Auftraggeber bekannt seien.
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Er deutete dabei an, dass der Mord vom Exil-Oligarchen Boris Beresowski in Auftrag gegeben wurde, um die russische Obrigkeit zu diskreditieren.
(ab/epd)
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