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| Zahmer Auftritt: An den diesjährigen Maikundgebungen war kaum Neues zu hören. (Foto: Newsru.com) | |
Montag, 02.05.2005
Maidemonstrationen mäßig besucht
St. Petersburg. Die Mai-Demonstrationen fanden dieses Jahr mit etwas mehr als einer Million Teilnehmern ein durchschnittliches Echo. Und auch die Themen blieben dieselben: Armut, niedrige Einkommen und steigende Preise.
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Rein statistisch gesehen waren die Demonstrationen zum 1. Mai angesichts früherer Aufmärsche auch dieses Jahr nichts Weltbewegendes: Die Polizei, die nach eigenen Angaben mit über 90.000 Beamten die Kundgebungen überwachte, registrierte rund 1,2 Millionen Teilnehmer verteilt auf 819 Orte in ganz Russland. Die Straßenaktionen, die vor allem im Süden des Landes gut besucht waren, verliefen ohne schwere Zwischenfälle.
Kleine Löhne wachsende Ausgaben
Obschon die Präsenz von Parteien und prominenten Figuren je nach Stadt verschieden war, so waren die Themen an den Ansprachen sowie auf Plakaten und Spruchbändern überall dieselben, ob in Moskau, Nischni Nowgorod, Kasan oder Jekaterinburg: eine angeblich wachsende Armut und kleine Löhne bei steigenden Preisen und Abgaben. Die Einkommenserhöhungen der vergangenen Monate würden durch die starke Teuerung gleich wieder „aufgefressen", lautete der Grundtenor der Rednerinnen und Redner.
Konkret waren damit die Kommunalgebühren gemeint, welche vielerorts drastisch erhöht werden. Zudem hatte der Staat mit seiner Sozialreform zum Jahreswechsel viele soziale Privilegien für Rentner und Veteranen, so zum Beispiel kostenlose Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder vergünstigte Medikamente, durch Barzahlungen ersetzt.
Lob für Stalin, Tadel für die Regierung
In Moskau, wo sich unter anderen der Bürgermeister Juri Luschkow und Kommunistenführer Gennadi Sjuganow unter das protestierende Volk gemischt hatten, schnitt Genosse Stalin einmal mehr besser ab als die gegenwärtige Regierung. Sjuganow lobte den Diktator und seine Taten in bekannter Manier und warf gleichzeitig
Regierung und Parlament ein Versagen im Kampf gegen Armut und Kriminalität sowie einen Ausverkauf der Heimat vor.
Nur wenig aus der Reihe getanzt
Aus der Reihe tanzten am diesjährigen 1. Mai nur wenige. So benutzte die baschkirische Opposition den Tag, um ein weiteres Mal auch gegen die lokale Regierungspolitik mobil zu machen. Im Anschluss daran verkündete sie dann aber gleich ein zweimonatiges Demonstrationsmoratorium. In Petersburg konnte sich eine Menge von rund dreihundert
Nationalbolschewiken gegen die Miliz durchsetzen und vor dem Winterpalast aufmarschieren.
(eva/.rufo)
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