Putin legt in Wladiwostok Russlands Militärpläne vor. (Foto: TV)
Dienstag, 29.12.2009
Putin: Neue Offensivwaffen sollen Balance sichern
Wladiwostok. Russland wird sein Angriffswaffenpotential ausbauen. Damit soll die Balance gesichert werden, die von der US-Raketenabwehrpolitik gestört wird, kündigt Premierminister Wladimir Putin an.
Zum Abschluss seines Arbeitsbesuches im russischen Fernen Osten bezog Putin auf einer Pressekonferenz Stellung zu aktuellen Fragen, darunter auch zur künftigen Verteidigungspolitik Russlands.
Informationsaustausch mit den USA
„Wenn wir die Balance wahren wollen und dabei nicht die Raketenabwehrsysteme entwickeln, wie das die USA tun, müssen wir unsere Offensivschlagsysteme weiterentwickeln“, sagte Putin am Dienstag in Wladiwostok.
Um die Balance zu halten, sei es nötig, „den Informationsaustausch mit unseren amerikanischen Partnern zu sichern“ – die Amerikaner sollten über ihren Raketenschirm informieren, „und wir werden ihnen irgendeine Information über unsere Angriffswaffen übergeben“, so Putin.
Dabei soll der START-Nachfolgevertrag über die atomare Abrüstung so schnell wie möglich unterschrieben werden, drängt der russische Regierungschef. Im Grunde ist der Vertrag, bis auf einige Details, auch schon fast ausgehandelt und unterschriftsreif.
Für Putin sind Abrüstungspläne und neue Waffen kein Widerspruch. Raketenabwehrsysteme und Offensivwaffen „sichern das Kräftegleichgewicht in der Welt“, das „selbst in Zeiten des Kalten Krieges den Frieden gesichert hat“.
Wenn die USA einen globalen Raketenabwehrschutz haben und Russland nicht, könnten „unsere Partner sich in völliger Sicherheit wähnen. In dem Fall werden sie tun, was sie wollen, die Aggression steigt an, und in Politik wie Wirtschaft ist die Balance dahin“, gibt Putin zu bedenken.
Da Russland die eigene Raketenabwehr in absehbarer Zeit nicht entwickeln wird, müssten zur Aufrechterhaltung der Balance die Offensivarsenale aufgestockt werden. Dabei sollten aber weitere Abrüstungsvorhaben keinesfalls verworfen werden.
Mach mal Pause, erst recht in dieser Hitze. Das dachte sich auch dieser Kranführer im Petersburger Hafen, dem dafür wenigstens ein luftiges Plätzchen zur Verfügung steht.( Topfoto: Deeg/.rufo)