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Nationalpatrioten marschierten durch Moskau. (Foto: gim/rufo)
Nationalpatrioten marschierten durch Moskau. (Foto: gim/rufo)
Dienstag, 08.11.2005

Rechtsextremisten oder Schafe im Wolfspelz?

Moskau. Am 4. 11. nahmen knapp 2.000 Menschen an einer Demonstration der Rechtsextremisten teil, doppelt so viel, wie die Organisatoren erwartet hatten. „Die Faschisten kommen“ - warnt die liberale Presse.


Auf einer Pressekonferenz wehrten sich heute die Organisatoren der „Eurasischen Union der Jugend“ („Jewrasijskij Sojus Molodjoschi“ - ESM) gegen den Faschismus-Vorwurf. Fünf der führenden liberalen russischen Zeitungen (Kommersant, Nesawissimaja Gaseta, Gaseta, Nowaja Gaseta und das Boulevardblatt MK) hatten die Demonstration am vergangenen Wochenende als ersten Schritt zum Faschismus eingeschätzt.

ESM-Sprecher Valeri Korowin nannte die Kommentare „liberale Hysterie“ und kündigte an, gegen die genannten Zeitungen vor Gericht zu ziehen. Die ESM sei nicht faschistisch, sondern eine geopolitische patriotische Bewegung. „Für uns sind alle Völker gleich“, meinte Korowin.

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• Rechtsradikale wollen durch Moskau marschieren (04.11.2005)
• Kommunisten feiern das Kriegsende separat (09.05.2005)
• Pariser Unruhen: Moskau nicht in Gefahr (08.11.2005)
• Bürgermeister Luschkow will patriotische Jugend (16.08.2005)
• Putin-Jugend legte den Verkehr in Moskau lahm (16.05.2005)
Tatsächlich war es auf einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche zwischen ESM-Sprechern und dem Vertreter der „Bewegung gegen illegale Einwanderung“, Alexander Below, fast zu Handgreiflichkeiten gekommen, weil dieser gegen kaukasische und mittelasiatische Wanderarbeiter in Moskau vom Leder zog.

Dann aber hatte Below während der Abschlusskundgebung auf dem Platz vor der Präsidentenadministration dazu aufgerufen, „die Okkupanten, die mit ihren Heroin-Säcken aus den Bergen kommen“ und Moskau besetzen, „in Stücke zu reißen“.

Sterben und töten für das Dritte Imperium

In einem Flugblatt der ESM heißt es, wer im Kampf um das „Dritte Imperium“ nicht bereit sei zu sterben und zu töten, der sei kein richtiger Mann, sondern ein Stück Dreck.

Die Organisatoren distanzierten sich nachträglich. „Niemand wurde umgebracht“, beruhigte Korowin. Bei der Demonstration habe es keine Exzesse gegeben. Die Situation sei ständig unter Kontrolle gewesen. Eine Hakenkreuzfahne sei erst nach dem Ende der Kundgebung entrollt worden.

„Mit Faschismus haben wir nichts zu tun“, beteuert Korowin. Wenn man aber ständig nach den Wölfen ruft, kommen die irgendwann einmal, kommentierte ein anderer ESM-Sprecher, Pawel Sarifullin, mit Blick auf die Faschismus-Vorwürfe der liberalen Presse.

(ada/.rufo)


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