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| Waleri Schanzew for governor? (Foto: Archiv) | |
Mittwoch, 03.08.2005
Schanzew soll in die Provinz abgeschoben werden
Moskau. Moskaus Vize-Bürgermeister Waleri Schanzew soll offenbar in die Provinz abgeschoben werden. Die Präsidialadministration schlug ihn als Gouverneur von Nischni Nowgorod vor.
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Die neue Prozedur, dass Präsident Wladimir Putin die Gouverneure allein bestimmt, funktionierte in der Vergangenheit reibungslos, doch in Nischni Nowgorod führte das getrübte Verhöltnis zwischen Amtsinhaber Gennadi Chodyrew und dem Generalgouverneur des Wolgagebiets, Sergej Kirijenko, zu einem Personalproblem.
Der Generalgouverneur legt dem Präsidenten in der Regel eine Liste mit der Vorauswahl der Kandidaten vor, aus denen Putin sich dann einen aussucht. Auf Kirijenkos Liste fehlte der Name Chodyrew. Doch Kirijenkos Schützling, Jewgeni Ljulin, stieß in Moskau auf Widerstand – nicht zuletzt wegen dortiger einflussreicher Freunde Chodyrews.
So musste ein Kompromisskandidat gefunden werden. Und dies könnte am Ende Waleri Schanzew sein, der eigentlich überhaupt keine Beziehung zur Wolga-Metropole hat. Er bestätigte bereits, dass ihm der Posten von der Präsidialverwaltung angetragen worden sei. Doch wichtiger als ein möglicher Amtsantritt in Nischni Nowgorod könnte der Weggang Schanzews für Moskau sein.
Flurbereinigung in Moskau?
Denn mit diesem Schachzug bereitet der Kreml wohl „nebenbei“ ein ganz anderes taktisches Manöver vor. Moskaus Oberbürgermeister Juri Luschkow hatte Schanzew als seinen Wunschnachfolger für 2007 präsentiert. Zwischen Luschkow und dem Kreml schwelt jedoch ein Machtkonflikt. Da sich etwa 80 Prozent des russischen Kapitals in Moskau befinden, verspricht der Posten des Bürgermeisters der russischen Hauptstadt großen Einfluss. Sowohl die Luschkow-Clique als auch der Petersburger Clan im Kreml wollen einen der Ihren zum Spitzenbeamten Moskaus küren.
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So könnte die Versetzung Schanzews in die Provinz ein Signal sein. Wenn ein Moskauer in Nischni Nowgorod Gouverneur werden kann, warum dann nicht auch ein Petersburger in Moskau Bürgermeister, fragt dementsprechend die Zeitung Wremja Nowostjei.
Wer soll es werden?
Kandidaten für den Posten gebe es reichlich. Schon vor einem Jahr spekulierte die russische Presse darüber, dass es ein erfahrener Geheimdienstler werden würde. Als Kandidat wurde damals der stellvertretende Generalgouverneur von Zentralrussland, Alexander Gromow gehandelt, der sich bei der Steuerpolizei zum Generalmajor hoch gedient hatte und außerdem 18 Jahre lang beim KGB war. Inzwischen ist auch der Name seines direkten Vorgesetzten, Georgi Poltawtschenko, im Gespräch. Auch der hat eine Karriere bei KGB und Steuerpolizei hinter sich.
(ab/.rufo)
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