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Die X-55 ist keine eigentliche Rakete wie die auf dem Foto, sondern ein Marschflugkörper (Foto: rufo)
Die X-55 ist keine eigentliche Rakete wie die auf dem Foto, sondern ein Marschflugkörper (Foto: rufo)
Freitag, 01.04.2005

Ukraine bekennt sich zu Raketenschmuggel

Moskau. Der ukrainische Präsident Juschtschenko hat Berichte über den Verkauf ukrainischer Raketen an China und Iran bestätigt. „Ich tue es mit einem Gefühl von Bitterkeit, sagte er in einem Interview der US- Fernsehgesellschaft NBC. Die Raketen seien von Privatpersonen ohne Wissen staatlicher Stellen hinausgeschmuggelt worden.


Es handelte sich um so genannte Marschflugkörper vom Typ X-55, die den amerikanischen Tomahawk-Raketen entspechen und mit atomaren Spengköpfen bestückt werden können. Laut Viktor Juschtschenko wurden sie über gefälschte Verträge mit Russland geliefert. Später seien ebenfalls gefälschte Empfangsbestätigungen russischer Abnehmer vorgelegt worden. In Wahrheit gingen die Raketen nach Iran und China. Der ukrainische Geheimdienst habe die Schmuggler im Jahr 2004 dingfest gemacht, heißt es.

Ukrainer, Russen und Australier beteiligt

In den Jahren 2000 und 2001 wurden Angaben zufolge 12 Raketen vom Typ X-55 nach China und Iran geliefert. Vorher sollen einige Russen und ein Ukrainer sechs X-55SM-Raketen nach China gebracht haben. „M“ steht in der Bezeichnung für „modernisiert“, es war also ein neues Modell. Im Mai und Juni 2001 brachten Schmuggler, die teils ukrainische, teils australische Staatsbürgerschaft besaßen, weitere sechs Raketen und Bodenkontrollstationen dazu nach Iran. Als Partner sei im Vertrag die russische Staatsfirma Roswooruschenije angegeben worden, heißt es.

Ermittlungen schon im August 2004 abgeschlossen

Im ukrainischen Bericht wird betont, dass die Raketen keine Sprengköpfe besaßen und für den Kampfeinsatz nicht geeignet waren, weil sie nur von Spezialflugzeugen abgefeuert werden können. Heute laufe im Kiewer Gebietsberufungsgericht das Verfahren gegen einen Beteiligten der illegalen Raketenlieferung nach Iran, heißt es weiter. Die Ermittlungen seien schon im August 2004 abgeschlossen worden. Damals erfuhr die Welt aber nichts davon.

Zwei starben bei mysterösen Autounfällen

Ein anderer Teilnehmer des Schmugglerrings, russischer Staatsbürger, wurde in Tschechien festgenommen und soll nun an die Ukraine ausgeliefert werden. Zwei weitere starben nach ukrainischen Angaben in den Jahren 2002 und 2004 bei Autounfällen. Das russische Außenministerium erklärte unterdessen, russische Staatsbürger seien an der Schmuggelaffäre und illegalen Lieferungen ukrainischer Raketen nicht beteiligt gewesen.

Ukrainische Raketen reichen nach Japan und Israel

Bei Russland-Aktuell
• Ukraine in der Krise (03.03.2005)
• Russland verkauft Raketen an Syrien (17.02.2005)
• Tonbandskandal bedroht nun auch Juschtschenko (01.04.2005)
• Russland liefert Raketen an Syrien trotz US-Protest (28.01.2005)
• Russlands Raketenstreitkräfte zielen auf Gewinn (22.03.2005)
Bei den Raketen vom Typ X-55 handelt es sich um strategische Waffen mit einer Reichweite von 3.000 Kilometern. Von China und Iran aus können sie also Japan und Israel erreichen. Dagegen gibt es keine wirksamen Radar- und Abwehrsysteme, weil Marschflugkörper in unmittelbarer Bodennähe ihr Ziel anfliegen. Nach Angaben der ukrainischen Wochenzeitung „Serkalo Nedeli“ wurden damit strategische Flugzeuge Tupolew-160 und -95 bestückt.

Unwissenheit der Obrigkeit kaum vorstellbar Dem Bericht zufolge lagerten rund 1.000 Raketen von diesem Typ seit 1991 in ukrainischen Waffendepots. Nach Beobachtermeinung sei es unvorstellbar, dass schwere Waffen unbemerkt daraus verschwinden konnten. Gefälschte Lieferaufträge und Empfangsbestätigungen hätten nur als Persilschein für hochgestellte Mitwisser bei Armee- bzw. Landesführung dienen können. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die alte wie die neue ukranische Führung den Vorfall totzuschweigen versuchte. (adu/.rufo)


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... und in der Ferne glänzen die goldenen Kreml-Kuppeln vor dem Winterpanorama der Stadt Moskau. Das historische Moskau, das "Goldköpfige" genannt, hatte 40x40 goldene Kirchenkuppeln. ( Topfoto: mig/.rufo)




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