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„Es gibt den großen Wunsch, mit deutschen Firmen zusammenzuarbeiten", wusste Ernst-Jörg von Studnitz aus Russland zu berichten (Foto: Peter Duddek).
„Es gibt den großen Wunsch, mit deutschen Firmen zusammenzuarbeiten", wusste Ernst-Jörg von Studnitz aus Russland zu berichten (Foto: Peter Duddek).
Donnerstag, 25.10.2007

IHK Russland-Forum: Mehr Chancen als Risiken

Oldenburg. Welche Chancen haben Mittelständler auf dem russischen Markt? Welche Risiken gibt es? Diesen Fragen widmete der Niedersächsische Industrie- und Handelskammertag (NIHK) sein erstes „Forum International“.

Manchem erscheint Russland so weit entfernt wie der australische Kontinent. Dabei ist Moskau von Berlin oder Hannover in gut drei Stunden zu erreichen. „Eine psychologische Hemmschwelle", meint Ernst-Jörg von Studnitz.

Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, der sieben Jahre lang deutscher Botschafter in Moskau war, ermunterte die Teilnehmer des NIHK-Forums dazu, diese Schwelle zu überwinden und den russischen Markt zu entdecken. „Rund 5.000 deutsche Firmen sind schon da", so von Studnitz, überwiegend seien es Mittelständler.

Kooperation mit deutschen Unternehmen erwünscht



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• Neue Führung beim Verband der Deutschen Wirtschaft (04.04.2007)
• Rödl und Partner gründet Joint Venture in Russland (01.06.2007)
• Einfachere Spielregeln für deutschen Mittelstand (13.12.2006)
• VdW-Tagung: Deutsche Firmen sind vorbildlich (05.12.2006)
• Tag der offenen Tür bei der deutschen Wirtschaft (26.10.2005)
Von Studnitz hält die Bedingungen für ein wirtschaftliches Engagement in Russland für günstig – trotz Risiken. Die Konsumnachfrage steige, folglich weite die Industrie ihre Produktion aus, mit dem daraus resultierenden Ausrüstungsbedarf. Dabei haben deutsche Firmen nach Darstellung von Studnitz' gute Chancen durch die kulturellen Verflechtungen der beiden Länder und die Wertschätzung, die deutsche Produkte und deutsche Firmen in Russland genießen. „Es gibt den großen Wunsch, mit deutschen Firmen zusammenzuarbeiten."

Zentralismus, Willkür und Korruption – das seien bisweilen Risiken im Russlandgeschäft. „Aber es hätte nicht den ständigen Zuwachs deutschen wirtschaftlichen Engagements im Land gegeben, wenn die Handelnden damit nicht fertig geworden wären", sagte von Studnitz. Es gebe mittlerweile „ein sehr ausdifferenziertes Rechtssystem", die Rechtsanwendung sei jedoch zum Teil unzureichend.

Unterstützung durch die Botschaft



Unternehmen könnten sich bei Schwierigkeiten auf die Unterstützung der Deutschen Botschaft und der Konsulate sowie der im Land vertretenen Organisationen der deutschen Wirtschaft verlassen.

Fritz Bork, Generalbevollmächtigter des Landmaschinenherstellers Grimme, fasste seine Erfahrungen so zusammen: „Es sind Risiken im Markt, sie sind aber überschaubar. Man kann mit russischen Partnern Geschäfte machen wie mit westeuropäischen". Grimme profitiert erheblich vom russischen Markt und setzt auf Expansion.

Schrittweise Expansion



Der Weg des Unternehmens nach Russland führte über eine Vertriebspartnerschaft, ein Joint Venture mit eigener Baugruppen-Produktion, den Aufbau eines Händlernetzes und schließlich im Jahr 2005 der Eröffnung von OOO Grimme Rus, eines Tochterunternehmens für Vertrieb und Service. Man habe immer an den Markt geglaubt, sagte Bork. Das Potenzial sei bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Die Hermann Paus Maschinenfabrik aus Emsbüren ist seit den 80er Jahren auf dem russischen Markt aktiv. Das Unternehmen stellt unter anderem kleine Baumaschinen sowie Berg- und Tunnelbaufahrzeuge her.

„Heute fährt man selbst zum Kunden" - das sei eine der einschneidenden Veränderungen, die die Umwälzungen im Land mit sich brachten. Paus ist seit 2001 mit einer eigenen Repräsentanz in Moskau vertreten, deren Kosten Geschäftsführer Wolfgang Paus mit 60.000 Euro im Jahr bezifferte. Er hob hervor, wie wichtig es sei, über russisch sprechende Mitarbeiter, Ingenieure und Sachbearbeiter zu verfügen.

Offen und ohne Vorurteile



Vorurteile und tatsächliche Probleme dürften nicht den Blick auf die Möglichkeiten in Russland verstellen, bekräftige Alexander Spaak von der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Moskau. Auf dem NIHK-Forum sprach er über die verschiedenen Möglichkeiten des Markteintritts, also über Handelvertreter, Importeure, Repräsentanzen, Vertriebsgesellschaften und Vertragshändler.

Spaak riet Neulingen auf dem Markt, Informationen von Einrichtungen wie der bfai zusammenzutragen, Messen zu besuchen, dabei zu schauen, welche Wettbewerber da sind und Kontakt zu russischen Importeuren herzustellen sowie eventuell professionelle Marktforschung in Anspruch zu nehmen.

Richtig Gas geben



Im zweiten Teil der Forums erläuterte Jekaterina Jewdokimowa von der Unternehmensberatung Nörr Stiefenhofer Lutz den Zuhörern die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für Handel und Investitionen in Russland.

Ralf Othmer, Direktor der Deutschen Management Akademie Niedersachsen (DMAN), stellte den Business Pool Moskau vor. Nach dem Prinzip der Kostenteilung bietet er bis zu 15 Unternehmen ein repräsentatives Büro in zentraler Lage in Moskau an. Niedersächsische Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, sich die Poolmitgliedschaft durch die NBank fördern zu lassen.

„Wer diesen Markt einmal ins Auge gefasst hat, der sollte nicht lange überlegen und richtig Gas geben.“ Dieses Fazit zog Dr. Joachim Peters, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen IHK und Federführer International im NIHK.

Den guten Rahmenbedingungen für ein unternehmerische Engagement in Russland werde auch die für Dezember dieses Jahres geplante Eröffnung der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer Rechnung tragen. Dieses, für die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen bedeutsame Ereignis, werde die wirtschaftliche Partnerschaft zwischen Russland und Deutschland weiter stärken.

In Zusammenarbeit mit den deutschen Industrie- und Handelskammern werde die Deutsch-Russische AHK als bilaterale Institution eine starke Stimme und Interessenvertretung der russischen und deutschen Unternehmen sein.

(Michael Bruns, Felix Jahn/Oldenburgische IHK)


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