Coca-Cola will neben seinen herkömmlichen Produkten jetzt auch speziell für den russischen Gaumen produzieren - bald soll Kwas fließen (Foto: Coca-Cola).
Freitag, 02.02.2007
Kalinka-Cola: Brauseproduzent schenkt Russen Kwas ein
Moskau. Coca-Cola will in Russland Kwas produzieren. Verhandlungen mit möglichen Partnern laufen. Das Marktvolumen betrug 2006 215 Millionen US-Dollar. Für die Zukunft sagen Analysten enorme Wachstumsraten voraus.
Branchenkreise berichten, dass Coca-Cola mit mehreren russischen Brauereien Gespräche führe über die Herstellung des traditionellen russischen Getränks Kwas. Denn die Produktionsanlagen des amerikanischen Brauseherstellers seien nicht für die Kwas-Gärung geeignet.
Angeblich zählen die Produzenten Efes, Sun Inbev, Borodino und Poljustrowo zu den potenziellen Partnern, mit denen Gespräche laufen. Efes bestätigt, dass Ende vergangenen Jahres entsprechende Verhandlungen geführt wurden. Allerdings sei es noch nicht zum Vertragsabschluss gekommen. Konkret sei es um die Produktion von Kwas in der Efes-Niederlassung in Kasan gegangen, zitiert die Tageszeitung Kommersant den Pressesprecher Kirill Ustinow.
Amerikanischer Kwas für russische Verbraucher?
Coca-Cola selbst wollte die Gespräche mit Efes nicht bestätigen. Die Presseabteilung teilte lediglich mit, dass die Kwas-Produktion in der ersten Phase von einem Vertragspartner realisiert werden solle. Wie die Produktion später organisiert werde, hänge davon ab, wie das Getränk von den russischen Verbrauchern angenommen werde.
Während die einen sich bereits jetzt über das ihrer Meinung nach eintretende Kwas-Desaster von Coca-Cola lustig machen (nach dem Motto: der russische Verbraucher trinkt keinen amerikanischen Kwas), glauben andere, dass der Einstieg der Amerikaner dem Markt einen positiven Impuls geben kann. „Coca-Cola wird vermutlich eine groß angelegte Reklame-Kampagne fahren, um das für den Brausproduzenten neue Getränk bekannt zu machen. Das wird auch den Kwas-Absatz insgesamt ankurbeln“, glaubt Nikita Wolkow vom Kwas-Produzenten Deka.
Markt hat enormes Potenzial
Auf jeden Fall sei der Einstieg von Coca-Cola in das Kwas-Geschäft eine logische strategische Entscheidung, findet die Analystin Sneschana Rawljuk. „Das Segment Kwas war im vergangenen Jahr das am schnellsten wachsende Segment auf dem Gesamtmarkt für Getränke.
Nur im ersten Halbjahr 2006 legten die Erlöse um 46 Prozent zu“, so Rawljuk gegenüber dem Kommersant. Das Marktvolumen betrug im Jahr 2006 215 Millionen US-Dollar (rund 174 Millionen Euro). Und auch für die kommenden Jahre sagen die Analysten ähnliche Wachstumsraten wie 2006 voraus.
Pepsi produziert Suchariki
Auch der Hauptkonkurrent von Coca-Cola, Pepsi Cola, ist bereits auf dem russischen Markt aktiv und versucht dort, so die Einschätzung von Experten, das Verlustgeschäft auf dem heimischen Markt auszugleichen. Pepsi Cola fährt dabei eine leicht abweichende Strategie: Im vergangenen Jahr kauften die Amerikaner einen russischen Produzenten von so genannten Suchariki, traditionellen Knabbereien zum Bier.
Außerdem starteten sie die Produktion der Chips-Marke Lays. Die Geschmacksrichtungen der Snacks sind dem russischen Gaumen angepasst: Pilze und die russische saure Sahne „Smetana“.
(cj/.rufo)
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