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Dürfen russische Ölkonzerne auch bald wieder Schwarzes Gold im Irak fördern? (Foto: Djatschkow/.rufo)
Dürfen russische Ölkonzerne auch bald wieder Schwarzes Gold im Irak fördern? (Foto: Djatschkow/.rufo)
Montag, 11.02.2008

Milliardendeal: Russland gewährt Irak Schuldenerlass

Moskau. Russland hat dem Irak knapp zwölf Milliarden USD Schulden erlassen. Das sind 93 Prozent des gesamten irakischen Schuldenbergs gegenüber Moskau. Im Gegenzug hofft der Kreml auf Ölgeschäfte mit Bagdad.

Am Montag teilte Russlands Vize-Premier und Finanzminister Alexej Kudrin die Nachricht vom Schuldenerlass mit. Gemeinsam mit Iraks Außenminister Hoschiar Sebari unterzeichnete er ein entsprechendes Dokument.

Mehr Schulden erlassen als eigentlich vorgesehen


Ursprünglich war lediglich von einem Erlass in Höhe von 80 Prozent die Rede. Russland hatte sich als Mitglied des Pariser Clubs verpflichtet, einen Teil der Auslandsschulden des vom Bürgerkrieg geschüttelten Irak zu erlassen.

Bei Russland-Aktuell
• US-Bericht: Russland ist stark und muss Stärke zeigen (11.01.2008)
• Lukoil friert wegen US-Sanktionen Ölprojekt im Iran ein (22.10.2007)
• Irak hofft auf russischen Schuldenerlass bis Jahresende (21.09.2007)
• Verliert Lukoil Anspruch auf Ölfeld im Irak? (10.08.2007)
• Putin will im Nahost-Konflikt vermitteln (02.02.2007)
Die Höhe des Schuldenerlasses ist allerdings überraschend. Obwohl es offiziell noch keine Mitteilungen über die Wiederzulassung russischer Ölkonzerne im Irak gibt, spekulieren russische Medien über den Einstieg der russischen Petroleum-Industrie im Nahen Osten.

Bereits im August vergangenen Jahres hatte es Verhandlungen über die Rückgabe der Lizenz zur Ausbeutung des irakischen Ölfelds West Kurna 2 an den Ölkonzern Lukoil gegeben. Lukoil hatte den Kontrakt an der lukrativen Lagerstätte (geschätzte Reserven 540 Mio. Tonnen Rohöl) noch unter Saddam Hussein bekommen, ihn allerdings kurz vor Ausbruch des Irak-Kriegs wieder verloren.

Neue Hoffnung für Kooperation im Ölbereich


Auch die von den USA eingesetzte Nachkriegsregierung machte Moskau zunächst wenig Hoffnungen auf Geschäfte. Das exklusive Recht zur Ausbeutung der 27 größten Ölfelder im Irak stehe der noch zu schaffenden nationalen Ölgesellschaft INOC zu, erklärte Ölminister Hussein Schahristan im August 2007 nach Verhandlungen mit Russlands Industrie- und Energieminister Viktor Christenko in Moskau.

Möglicherweise hat sich nun aber doch eine „für alle Seiten günstige“ Lösung gefunden. Immerhin erklärte Iraks Außenministe Sibari nun etwas nebelhaft, dass der Schuldenerlass „Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Irak auf allen Gebieten“ ermögliche.



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