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| Sofia stimmt der Verlegung der Pipeline South Stream durch Bulgarien zu (Foto: Archiv) | |
Freitag, 18.01.2008
Putin in Bulgarien: Nach Nordstrom nun Südstrom
Moskau/Sofia. Großer Erfolg für Russlands Präsident Putin bei seinem zweitägigen Besuch in Bulgarien. Die Regierung in Sofia hat das Projekt „South Stream“, den Bau einer Gaspipeline von Russland nach Südeuropa, gebilligt.
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Die Verhandlungen dauerten am Donnerstag bis spät in die Nacht. Am Freitag gab dann Sofias Regierungschef Sergei Stanischew das Ergebnis bekannt. „Die Regierung hat die Vereinbarung gebilligt und Herrn Dimitrow (Wirtschafts- und Energieminister Bulgariens) bevollmächtigt, sie zu unterschreiben“, sagte er.
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Russland und Bulgarien machen Fifty-Fifty Für das Projekt wollen Russland und Bulgarien ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das die Bauarbeiten an der Pipeline in Bulgarien übernehmen soll. Beide Seiten werden jeweils 50 Prozent an dem Unternehmen halten.
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Russlands 1. Vize-Premier Dmitri Medwedew, der Putin auf dieser Auslandsreise begeleitet – auch, um in die ihm zugedachte Rolle des russischen Staatsoberhaupts hineinzuwachsen – zeigte sich von dem Ergebnis der Verhandlungen erfreut. „Es ist sehr wichtig, dass beide Seiten Kompromissbereitschaft gezeigt haben und das vorbereitete Projekt, die Interessenbalance zum Ausdruck bringt. Das erlaubt es, das schwierige Thema voranzutreiben“, sagte Medwedew.
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Konkurrenz zwischen Nabucco und South Stream Mit dem letzten Satz spielt Medwedew auf die Rivalität des Projekts „South Stream“ zum europäischen Gesamtprojekt „Nabucco“ an. „Nabucco“ sollte eigentlich die Energieabhängigkeit Europas von Russland verringern, indem Gas aus den Kaspistaaten – insbesondere aus Turkmenistan und Aserbaidschan – bezogen wird. Vom Kaspischen Meer sollte die Leitung über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Österreich gebaut werden.
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Doch schon im November hatten der italienische Stromkonzern Eni und der russische Erdgasmonopolisten Gazprom den Bau einer konkurrierenden Trasse vereinbart. Durch die Einbindung Bulgariens ist das Projekt „South Stream“ der „Nabucco“-Pipeline einen wichtigen Schritt voraus. Zwei Pipelines in der Region scheinen nicht sinnvoll, insbesondere, wenn man den Umfang der geplanten Lieferungen berücksichtigt.
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900 Kilometer unter dem Meer Insgesamt soll „South Stream“ jährlich etwa 30 Mrd. Kubikmeter russisches Erdgas nach Europa transportieren. Die Investitionskosten werden auf über 10 Mrd. USD geschätzt. Ähnlich wie bei der Ostsee-Pipeline, d.h. dem Projekt „North Stream“, wird ein Teil der Trasse auf dem Meeresboden verlegt. Zwischen dem russischen und dem bulgarischen Ufer des Schwarzen Meeres liegen etwa 900 Kilometer.
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Bulgarien profitiert ebenfalls von der Zustimmung für das Projekt. Insgesamt sollen etwa ein Dutzend Vereinbarungen im Energiebereich unterzeichnet werden. Unter anderem gewährt Russland den Bulgaren beim Bau des Atomkraftwerks Belene Unterstützung. Zudem soll der Bau der Ölpipeline „Burgas-Alexandropoulis“ beschlossen werden. Die Leitung wird mit russischem Öl gefüllt.
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