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Als erster russischer Staatsmann hielt Putin in Davos die Eröffnungsrede. Foto: tv
Als erster russischer Staatsmann hielt Putin in Davos die Eröffnungsrede. Foto: tv
Donnerstag, 29.01.2009

Putin: Isolationismus kein Ausweg aus der Krise

Davos. In seiner Eröffnungsrede beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos hat Premierminister Putin seine Sichtweise des Auswegs aus der Finanzkrise dargelegt. Er ist gegen zu starke Einmischung von staatlicher Seite.

Russland sei natürlich empfindlich von der Krise getroffen, gab Wladimir Putin zu. Die Orientierung auf den Rohstoffexport sei zu stark und der Finanzmarkt zu schwach. Die in den letzten Jahren angehäuften Reserven würden aber helfen, einen Ausweg zu finden.

Putin, der in Davos als erster russischer Staatsmann die Eröffnungsrede hielt, sieht die Ursache der Krise in der „niedrigen Qualität der Regulierung des bestehenden Finanzsystems“.

„In Zeiten der Krise ist die Versuchung groß, einfache und populistische Entscheidungen zu treffen“, aber genau das sei falsch: „Isolationismus und ungehaltener Egoismus“ sollten vermieden werden, so Putin.

Russland hat für absolute staatliche Kontrolle teuer bezahlt

Die Verstärkung der Rolle des Staates sei eine „natürliche Reaktion“, aber sie helfe nicht weiter. Man solle sich besser um die Verbesserung der Marktmechanismen kümmern. Russland wisse, um was es geht, denn die absolute staatliche Kontrolle über die Wirtschaft habe die Sowjetunion schließlich zu völliger Konkurrenzunfähigkeit geführt.

„Wir haben teuer dafür bezahlt, diese Lehre ist uns teuer zu stehen gekommen. Ich bin überzeugt, dass keiner das wiederholen will“, gab Putin zu bedenken.

Abschied vom Illusionismus der Vergangenheit

Um die Krise zu überwinden, sei es vor allem und in erster Linie nötig, „hoffnungslose Schulden und schlechte Aktiva abzustoßen“, meint der russische Ministerpräsident. Ebenso müssten „virtuelle Gelder, aufgeblasene Rechenschaftsberichte und zweifelhafte Ratings“ verschwinden.

Statt „künstlicher Vorstellungen vom Zustand der Wirtschaft“ müssten „reale Werte“ her. Wie das zu erreichen ist, wisse er heute auch noch nicht, so Putin, aber man sollte „gemeinsam darüber nachdenken“.

Gerechte und effektive Weltwirtschaftsarchitektur

Die Welt müsse sich von dem herrschenden monopolaren System verabschieden und brauche das Zusammenspiel „mehrerer großer Zentren“. Dafür müsse das System der „globalen Regulatoren“ gestärkt werden.

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„Ich bin davon überzeugt – wir können eine gerechtere und effektivere Weltwirtschaftsarchitektur schaffen“, betonte Putin: „In diesem System müssen alle Länder einen garantierten Zugang zu den nötigen Ressourcen haben.“

Die Welt braucht „mehrere starke Regionalwährungen“, man müsse abkommen von der „übermäßigen Abhängigkeit von einer einzigen Reservewährung“: „Ich denke, das ist jetzt allen klar geworden.“

Gegen Militarisierung

Putin ruft weiterhin zu einer „vernünftigen Zurückhaltung bei den Militärausgaben“ auf, da „eine Militarisierung die Wirtschaftskrise nur vertieft“: „Zusammen mit der Stärkung der globalen Sicherheit bringen weniger Militärausgaben im Endeffekt die größere Wirtschaftsdividende.“

Auch müsse das internationale Sicherheitssystem verbessert werden. Die Ereignisse im Kaukasus, in Indien und im Gazastreifen zeigten, dass „die politischen Mechanismen sich als ebenso wenig effektiv erwiesen haben wie die Institute der globalen Finanz- und Wirtschafts- regulierung“, sagte Putin.



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