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Lenin blieb standhaft auf seinem Sockel,  obwohl die Bombe seinen gusseisernen Mantel zerriss (Foto: fontanka.ru)
Lenin blieb standhaft auf seinem Sockel, obwohl die Bombe seinen gusseisernen Mantel zerriss (Foto: fontanka.ru)
Donnerstag, 02.04.2009

„Hinterwäldler“ bekennen sich zu Bombe auf Lenin

St. Petersburg. Zum Bombenanschlag auf das Lenin-Denkmal hat sich im Internet eine „Fliegende Kampftruppe“ aus Nationalistenkreisen bekannt. Vor einem halben Jahr sprengte sie auch in Rjasan eine Lenin-Statue.

Auf einer radikalen Webseite hat eine gewisse „Salessker fliegende Kampftruppe“ die Verantwortung für den Anschlag übernommen, bei dem am 1. April gegen 4 Uhr morgens ein großes klaffendes Loch in den Mantel der Lenin-Figur vor dem Finnländischen Bahnhof gesprengt worden war – exakt dort, wo sich das Hinterteil des Proletarierführers befindet.

Zweiter Anschlag auf Lenin innerhalb eines halben Jahres


Diese Gruppierung hatte sich bereits zu einem Anschlag am 15. November 2008 in Rjasan bekannt, bei dem eine Gips-Statue Lenins in die Luft gejagt wurde – wie in Petersburg auch mit einem nicht ummantelten Sprengsatz.

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• Terroristen sprengen Lenin ein Loch ins Hinterteil (01.04.2009)
• Königsberger Dom: Restaurierung des Albrecht-Grabs (29.03.2009)
• Besuchen Sie das Lenin-Mausoleum, solange es noch steht (20.01.2009)
• Kein Flashmob an Lenins Todestag auf dem Roten Platz (21.01.2009)
• Estland: Freispruch für die „Denkmal-Schützer“ (05.01.2009)
Im damaligen Bekennerschreiben war Lenin als „Träger der antirussischen bolschewistischen Ideologie, schuldig an dem 1917 begonnenen Genozid am russischen Volk, der faktisch vollständigen Ausrottung des Bauerntums, des Kosakentums und der Geistlichkeit, massenhafter Repessionen gegen Dutzende Millionen Menschen und der Schaffung der Gulags und Konzentrationslager“ bezeichnet worden.

Die angeblichen Täter von Rjasan schrieben auch, dass sie in keinem Fall Menschen in Gefahr und zu Schaden bringen wollten. Die Bombe und ihre Splitterwirkung sei entsprechend berechnet worden.

Ein "Russland hinterm Wald" - nur für Russen


Der Name der Gruppe dürfte in Bezug zu einer Bewegung unter russischen Nationalisten stehen, die in Zentralrussland eine „Salessker Rus“ schaffen wollen. Der Name, wörtlich als „das Russland hinterm Wald“ zu übersetzen, ist eine historische Bezeichnung für das Gebiet zwischen Oka und Wolga.

Wie die Internetzeitung „fontanka.ru“ schreibt, scheint sich der Aktivisten-Kreis der radikalen „Hinterwäldler“ aus Moskauern zusammenzusetzen. Ob diese nun Gesinnungsgenossen in St. Petersburg zu der von Denkmalschützern und Kommunisten als frevelhaft gescholtenen Tat motivieren konnten oder ob in der Tat eine „fliegende Truppe“ zu dem symbolträchtigen Anschlag anreiste, ist bislang offen.

Der versehrte Lenin wird verschalt


Gestern Abend begannen Arbeiter gemeinsam mit Fachleuten des städtischen Skulpturenmuseums, eine pyramidenförmige Verschalung um das beschädigte Lenin-Denkmal zu errichten – womit den Bürgern der Anblick von dessen aufgerissenem Hinterteil erspart bzw. verwehrt wird.

St. Petersburg bekommt damit etwas, was bisher nur Moskau vorweisen konnte: ein Lenin-Mausoleum.



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