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Es läuft was schief beim ESC: Zehn Punkte für Russlands Diva Dina Garipowa wurden in Aserbaidschan unterschlagen (Foto: Garipowa/.rufo)
Es läuft was schief beim ESC: Zehn Punkte für Russlands Diva Dina Garipowa wurden in Aserbaidschan unterschlagen (Foto: Garipowa/.rufo)
Dienstag, 21.05.2013

ESC: Kauft und unterschlägt Aserbaidschan Stimmen?

Moskau/Vilnius. Die Grandprix-Schlagershow in Malmö ist gelaufen und schon fast wieder vergessen – aber nun kommen zwei Abstimmungsskandale hoch: Beide Male geht es um Aserbaidschan, wo offenbar mit den Punkten gemauschelt wird.

Skandal eins beschäftigte heute sogar auf höchster Ebene die Außenminister Russlands und Aserbaidschans bei einem Treffen in Moskau.

Denn wie sich inzwischen herausstellte, muss irgendjemand in Baku (wo der europäische Gesangs-Wettstreit im letzten Jahr stattgefunden hatte) die dort abgegebenen Stimmen für Russland unterschlagen haben: Russland bekam aus Aserbaidschan null Punkte, während die Russen den Beitrag ihres südlichen Nachbarn mit der Höchstnote von zwölf honoriert hatten.

Zehn Punkte für Russland wurden "gestohlen"


Wie inzwischen der Direktor des Öffentlichen Fernsehens Aserbaidschans mitteilte, hätten die von den drei nationalen Mobilfunkbetreibern zur Verfügung gestellten Daten ergeben, dass Russlands Sängerin Dina Garipowa bei den Aseris auf dem zweiten Platz rangierte. Auch eine an der Abstimmung beteiligte nationale Jury habe den russischen Beitrag hoch eingeschätzt, so Sender-Chef Dschamil Gulijew, weshalb Garipowas Lied in jedem Fall mit einer hohen Punktzahl hätte belohnt werden müssen.

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• Grand Prix in Baku: Die Show beginnt, die Kritik bleibt (21.05.2012)
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• Frust über Deutschland - auch Aserbaidschan verärgert (02.05.2012)
• Babuschki für Baku: Russland schickt udmurtische Omas (08.03.2012)
Der Sender will nun Nachforschungen anstellen, wie es passieren konnte, dass die Russland offenbar zustehenden zehn Punkte vor der Übermittlung nach Malmö verloren gingen – und wer die „vermutlich interessierten gewissen Kreise“ sind, die da am Rad gedreht haben.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprach heute nach einem Treffen mit seinem aserbaidschanischen Amtskollegen Elmar Mamedjarow von einer „empörenden Aktion“. Beide Minister hätten sich darauf geeinigt, diese nicht ohne gemeinsame Antwort zu lassen – allerdings erst, nachdem das Fernsehen in Baku Licht ins Dunkel des Stimmenklaus gebracht habe.

Stimmenkauf in Litauen: Pro Helfer 20 Euro


Unterdessen zieht auch ein zweiter Skandal Kreise – wobei es hier um Stimmenkauf geht: Litauische Journalisten berichteten, dass am Tag vor dem Wettbewerb unbekannte Organisatoren Freiwillige rekrutierten, die während des Sängerwettstreits gegen Geld für Aserbaidschan votierten sollten. Jedem Mitstreiter wurden 20 Euro versprochen, berichtete die Zeitung 15min.lt, die ein mit versteckter Kamera aufgezeichnetes Video von einem Gespräch mit den ESC-Betrügern ins Netz stellte.

Ein Russisch sprechender Mann, der sich „Sergej“ nannte, berichtete, dass an verschiedenen Stellen in der Stadt Gruppen von je zehn Leuten organisiert werden, von denen jeder mit fünf Telefonen per SMS während der Abstimmung so oft wie möglich zu votieren habe. Telefone, SIM-Karten und eine Aufsichtsperson würden gestellt.

Gibt es eine Baku-treue Stimmenkauf-Mafia?


Acht bis zehn Gruppen habe man schon organisiert, so der redselige Koordinator – der dem Bericht zufolge auch sagte, dass auf diese Weise in 15 Ländern für Aserbaidschan „gearbeitet“ werde. Ein mögliches schlechtes Gewissen bei den inkognito aufgetretenen Journalisten zerstreute er mit der Behauptung, auf diese Weise würden „fast alle Länder“ vorgehen, weil man sonst keine Chance habe, den prestigeträchtigen Wettbewerb zu gewinnen.

Dem litauischen Abstimmungs-Ergebnis nach zu urteilen, hatte die SMS-Kampagne Erfolg: Das baltische Land vergab seine Zwölfer-Höchstnote an Aserbaidschan – dessen Sänger Farid Mammadov auch europaweit gut punktete: Er belegte letztlich Platz 2 hinter Dänemark.



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