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Der Rubel ist stärker, als er gehandelt wird
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Freitag, 15.01.2016

Krisendebatte. Rüstung ist Putins Zukunftsinvestition.

Moskau. Der russische Finanzminister Siluanow warnt vor einem Zusammenbruch der Staatsfinanzen wie 1998. Auf dem "Gaidar-Forum" ist die Stimmung der meisten Regierungsvertreter tief pessimistisch. Der Öl-Exporteinnahmen fallen katastrophal. Aber doch ist alles anders als 1998.


Im August 1998 war der Ölpreis auf dem Weltmarkt von noch 27 US-Dollar Anfang 1997 auf nur 12 Dollar gefallen. Hinzu kam die asiatische Finanzkrise. Die Folge war der russische Staatsbankrott, die Abwertung des Rubels, Panikstimmung - und schliesslich der Rücktritt des kranken Präsidenten Jelzin.

Auch 2016 ist der Ölpreis auf dem Weg in den Keller. Saudiarabien verkauft schon für 60 US-Cent pro Barrel. Wenn der Iran nach Sanktionsaufhebung ab der nächsten Woche auf den Weltmarkt zurückdrängt, dürfte der Ölpreis weit unter die kritische 30-Dollar-Marke fallen - und diesmal dürfte die Talfahrt viel länger dauern als 1998, zumal sie sich mit vielen internationalen Krisenfaktoren koppelt.

Allerdings steht Russland 2016 anders da, als 1998. Die Auslands-Schuldenlast Russlands liegt nicht bei 200% des Bruttoinlandsproduktes, sondern bei 20%. Die Gold- und Devisenreserven des Landes betragen trotz der Krisenjahre ab 2008 immer noch über 368 Milliarden US-Dollar.

Vor allem aber scheint die Abhängigkeit Russlands vom Öl- und Gasexport trotz allem stark abgenommen zu haben. Zwar beträgt der Anteil am Export weiterhin schwindelerregende 70% (1998 waren es noch 90%), allerdings liegt der Anteil der Petrodollars an den Inlandsinvestitionen nur noch bei 16%.

Bei Russland-Aktuell
• Russland in Syrien: Imagekorrektur per Krieg gegen IS (28.09.2015)
• Kurswachstum in der Krise: Der Rubel kann auch anders (09.04.2015)
• Minus 35 Prozent: Russlands Automarkt bricht radikal ein (10.02.2015)
• Ölpreis-Verfall: Dollar erreicht 64, Euro 76 Rubel (06.01.2015)
• Drache hilft Bär: China verspricht Rubelstützung (22.12.2014)
Besonders der russische Agrarsektor hat sich dank der EU-Sanktionen und des russischen Gegenembargos so gut erholt, dass er inzwischen sogar zum Export von Schweinefleisch und Geflügel übergeht.

Unter den EU- und US-Sanktionen, den Beschränkungen im Finanz- und Kapitalverkehr leidet vor allem ein wichtiges, aber relativ kleines Segment der russischen Bevölkerung in den Metropolen. Preissteigerungen sind bei Importwaren extrem, bei Inlandsprodukten aber erträglich, so dass die Einkommensverluste für die Masse der Bevölkerung zwar spürbar, aber verkraftbar sind.

Russland könnte die gegenwärtige internationale Krise sogar gestärkt überstehen, wenn die Wirtschaftspolitik Abschied von liberalen Dogmen nähme und auf die Stärkung der realen Inlandsproduktion umorientiert würde - und das wird vor und hinter den Kulissen immer stärker gefordert.

Und dann könnte es noch eine wichtige Parallele zwischen den Krisen von 1998 und 2016 geben: Nach der Intervention der USA in Afghanistan wurde der Ölpreis in schier unglaubliche Höhen getrieben.

Wenn 2016 infolge der US-Politik der Nahe und Mittlere Osten noch weiter als bisher in einen Krieg rutscht, der sich dann auch nicht mehr auf die Region begrenzen liesse, dann sind alle Prognosen über Gas- und Ölpreise hinfällig.

Und, nebenbei bemerkt, dann würden sich die Milliarden-Investitionen Putins in Militär und Sicherheit, die von den russischen Liberalen heftig krisiert werden, doch als wichtige Zukunftsinvestition erweisen.



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