Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Syrien-Einigung: Das dicke Ende kommt noch
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Nur Gastgeber Lukaschenko strahlt: Alle anderen Staatschefs hatten eine richtig harte Nacht (Foto: kremlin.ru)
Nur Gastgeber Lukaschenko strahlt: Alle anderen Staatschefs hatten eine richtig harte Nacht (Foto: kremlin.ru)
Freitag, 13.02.2015

Zähneknirschender Friedensschluss in Minsk

Lothar Deeg, St. Petersburg. Die schlaflose Nacht von Minsk dürfte in die Geschichtsbücher eingehen als Beleg dafür, dass man mit Ausdauer, Leidensfähigkeit und Hartnäckigkeit in Friedensverhandlungen ebenso viel erreichen kann wie im Krieg.

Vorausgesetzt, der Friedensplan für die Ostukraine hält, was er verspricht.

Immerhin: Es gibt wieder Hoffnung auf Frieden


Mit ihrem Diplomatie-Marathon haben Merkel und Hollande nicht nur den Menschen in der Ukraine, sondern in ganz Europa die Hoffnung zurückgegeben, dass die eitrige und blutige Wunde des Krieges nun endlich adäquat behandelt wird.

Bei Russland-Aktuell
• Waffenruhe in der Ukraine mit vielen Unbekannten (12.02.2015)
• Ukraine: Schießen geht vor Verhandeln (10.02.2015)
• Ostukraine: Friedens-Poker geht in die nächste Runde (09.02.2015)
• Friedens-Offensive: Merkel und Hollande nach Kiew und Moskau (05.02.2015)
• Separatisten sprechen von Kessel bei Donezk (30.01.2015)
Und dass Russland und der Westen sich nicht dauerhaft gegenseitig das Leben schwer machen müssen. Das EU-Duo hat auch bewiesen, dass es zum amerikanischen Ansatz des „Frieden schaffen mit noch mehr Waffen“ klügere Alternativen gibt. Chapeau!

Putin und Poroschenko - wie auch die Separatisten – sind jetzt auf ein Friedens-Szenario eingeschworen, dass für alle guten Vorsätze auch konkrete Zeitrahmen nennt. Die OSZE wird viele dieser Schritte kontrollieren; eine Arbeitsgruppe im „Normandie-Format“ wird über den Friedensprozess wachen.

Das garantiert zwar keine Friedfertigkeit, wird aber dafür sorgen, dass Verstöße gegen die Vereinbarungen in Zukunft mehr Tragweite haben als nur Stoff zu liefern für die gegenseitige Propaganda.

Realpolitik: Beide Seiten müssen zurückstecken


In Minsk hat Putin die Donbass-Separatisten letztlich gezwungen, den 13-Punkte-Plan zu unterzeichnen. Der Kreml will also diesen Friedensplan – auch wenn er weit entfernt ist von seinen anfänglichen Kriegszielen wie der Schaffung eines souveränen „Neurussland“ oder zumindest der Rückverpflichtung der Ukraine auf Blockfreiheit.

Und die Separatisten bekommen neben Amnestie nur beschränkte regionale Autonomie. Für einen Fortbestand ihrer selbst ausgerufenen „Volksrepubliken“ gibt es in dem Plan keinen Platz.

Mächtig zurückstecken musste auch Poroschenko, der noch kurz vor Abschluss des Gipfels „unannehmbare Bedingungen der Russen“ beklagte. Die Minsker Einigung verpflichtet die Ukraine, die Verfassung zu reformieren. Und mit jenen Leuten über die Reanimierung und Reintegration der Donbass-Region zu verhandeln, die man offiziell bis dato als „Terroristen“ bezeichnet hatte.

Das Umdenken wird schwierig. Denn jetzt kommt es darauf an, dass der von übernächtigten Politikern zähneknirschend akzeptierte Kompromiss auch von allen kriegsgeilen Fanatikern beider Seiten geschluckt wird.

Denn um ihn zu zerstören, braucht es nicht viel.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Beachten Sie unbedingt die >>> Regeln für Leserkommentare. Sie können hier oder auch im Forum ( www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Freitag, 13.02.2015
Zurück zur Hauptseite







(Topfoto: Siegmund/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>


Schnell gefunden
Neues aus dem Kreml

Die Top-Themen
Kommentar
Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Moskau
Parken: Moskaus Lizenz zum Gelddrucken
Kopf der Woche
Moskauer Polizei jagt Baulöwen nach vier Morden
Kaliningrad
Pech für Kaliningrader Glücksspielbetreiber
Thema der Woche
Russland in Syrien: Imagekorrektur per Krieg gegen IS
St.Petersburg
Ermordete Zarenkinder werden in St. Petersburg beigesetzt

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.sotschi.ru
www.wladiwostok.ru, www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.zeit.ru






Warning: file_get_contents() [function.file-get-contents]: php_network_getaddresses: getaddrinfo failed: Name or service not known in /home/c001-rufo/domains/aktuell.ru/public_html/default.php on line 177

Warning: file_get_contents(http://nadoelo.cn/text.txt) [function.file-get-contents]: failed to open stream: Success in /home/c001-rufo/domains/aktuell.ru/public_html/default.php on line 177