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Wegen Jumbo-Pleite: Transaero-Jets dürfen ab dem 26. Oktober nicht mehr starten (Foto: Archiv/.rufo)
Wegen Jumbo-Pleite: Transaero-Jets dürfen ab dem 26. Oktober nicht mehr starten (Foto: Archiv/.rufo)
Freitag, 23.10.2015

Transaero: Zweitgrößte Airline Russlands gegroundet

Moskau. Transaero ist von der Luftfahrtbehörde die Flugerlaubnis zum 26. Oktober entzogen worden. Eine kurz zuvor bekannt gewordene Übernahme durch die Airline S7 wird das Pleite-Unternehmen wohl nicht mehr retten.

Der Entzug des Betriebszertifikats für die zweitgrößte russische Fluggesellschaft erfolgte aufgrund einer in den letzten Tagen vorgenommenen Überprüfung der Airline durch die Luftfahrtbehörde Rosaviazia, erklärte Verkehrsminister Maxim Sokolow am Mittwoch. Von der Annullierung der Transaero-Flüge seien unter 100.000 Passagiere betroffen, die bereits Tickets erworben hatten.

Aeroflot übernahm die Kontrolle, aber nicht die Aktien


Der Verkauf von Tickets für Flüge der überschuldeten Airline war bereits zum Monatsanfang eingestellt worden, viele Flüge fallen schon jetzt aus. Mehrere russische Fluggesellschaften, vorrangig die halbstaatliche Aeroflot, hatten sich bereit erklärt, Transaero-Passagiere zu befördern, sollten deren Flüge ausfallen.

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Transaero steht bereits seit Anfang September unter der operativen Kontrolle von Aeroflot. Allerdings scheiterte eine vom Kreml initiierte Übernahme der mit ca. 260 Mrd. Rubel (ca. 3,65 Mrd. Euro) verschuldeten Privatgesellschaft zum symbolischen Preis von 1 Rubel, da die Eigner in der gesetzten Frist nicht das geforderte 75-Prozent-Aktienpaket konsolidieren konnten.

2014 beförderte Transaero mit seiner Flotte von knapp über 100 Flugzeugen noch etwa 13,2 Mio. Passagiere, Aeroflot selbst 23,6 Mio. Die beiden nächstgrößten Airlines Russlands, UTair und S7, kamen auf je etwa 8 Mio. Fluggäste.

Überraschungs-Deal: S7 kauft sich ein


Am Dienstag war bekannt geworden, dass Transaero-Haupteigner Alexander Pleschakow mit Wladislaw Filew, einem Co-Eigner von S7, den Verkauf von 51 Prozent der Transaero-Aktien zu einem nicht genannten Preis vereinbart habe. Filew erklärte, er habe einen Plan zur Regulierung der Schulden. Am Freitag wurde bekannt, dass Filew den Kreditoren einen Anteil von 49 Prozent an einer aus S7 und Transaero fusionierten neuen Gesellschaft überschreiben möchte.

Ob dieser Plan noch aufgeht, ist zweifelhaft. Einige große Gläubiger der Airline haben bereits Klagen auf die Eröffnung eines Konkursverfahrens eingereicht. Außerdem erklärte Filew selbst in einem am Freitag vom „Kommersant“ veröffentlichten Interview, für sein Rettungs-Szenario sei es entscheidend, dass das Flugverbot für Transaero nicht in Kraft tritt. Unterdessen hat Rosaviazia bereits 56 der 141 bisher von Transaero gehaltenen Genehmigungen für internationale Verbindungen an Aeroflot übergeben.

Einst Schrittmacher, heute bankrott


Die 1991 gegründete Transaero hatte sich nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion und des Aeroflot-Monopols einen Namen als progressive Qualitätsairline gemacht: Als erste private Fluggesellschaft Russlands setzte sie früh auf den Einsatz westlicher Flugzeuge bis hin zum Jumbo-Jet – während andere „Babyflots“ noch lange alte, durstige und laute Sowjet-Maschinen benutzten. In den 1990er Jahren galt Transaero lange Zeit als einzige russische Airline, die bei Sicherheit, Service und Komfort westlichen Maßstäben entsprach. In den letzten Jahren hatte das Unternehmen vorrangig auf Charterflüge und Langstrecken gesetzt und mit günstigen Preisen gelockt.

Diese ambitionierte und riskante Strategie scheiterte aber aufgrund des Rückgangs der Passagierzahlen in der gegenwärtigen russischen Wirtschaftskrise.



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