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| Semjon Kukes und TNK-BP drohen Unannehmlichkeiten von der Steuerbehörde (Foto: Ballin/.rufo) | |
Freitag, 30.05.2008
Zweiter Fall Yukos? Steuerermittlungen gegen Ölbaron
Moskau. Gegen den Ölkonzern TNK-BP werden Steuernachforderungen in Milliardenhöhe erhoben. Pikant: Die Schulden stammen aus der Zeit, als Semjon Kukes den Konzern TNK leitete. Kukes war später bei Yukos Konzernchef.
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Nach Angaben der Nachrichtenagentur Rosbalt laufen im Innenministerium Ermittlungen gegen TNK (die Abkürzung steht für Ölgesellschaft Tjumen). Das Unternehmen soll in den Jahren 2001 - 2003 insgesamt 22,5 Mrd. Rubel (gut 600 Mio. Euro) Steuern hinterzogen haben.
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Strafverfahren angeblich bereits eingeleitet Angeblich soll bereits ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung in besonders hohem Umfang eingeleitet worden sein. TNK wurde zur fraglichen Zeit von Semjon Kukes geleitet. Ihm drohen bei Anklageerhebung bis zu sechs Jahren Haft, ist Andrej Zyb von der Anwaltskanzlei „Vegas Lex“ überzeugt.
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Die Steuerbehörden geben offiziell keinen Kommentar zu den Ermittlungen. Auch bei TNK-BP will sich niemand zu den Beschuldigungen äußern.
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Kukes hat Erfahrung als Yukos-Chef Kukes hat in der Vergangenheit bereits Erfahrungen mit dem russischen Rechtssystem gemacht. Nach der Fusion von TNK mit dem britischen Ölkonzern BP verlor er seinen Posten als Präsident der Ölgesellschaft. Kurz darauf, im November 2003, wurde er von Yukos als Vorstandschef engagiert.
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Yukos war bereits schwer angeschlagen zu jener Zeit. Das Führungs-Duo Michail Chodorkowski und Platon Lebedew saß wegen Vorwürfen der Steuerhinterziehung hinter Gittern, einige Großaktionäre waren ins Ausland geflohen, die geplante Fusion mit Abramowitschs Ölkonzern Sibneft geplatzt.
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Staatskonzerne sichern sich das Yukos-Erbe Die Rettungsmission scheiterte. Im Juni 2004 waren die Steuerforderungen der Behörden durch drakonische Strafen auf einen Milliardenbetrag gestiegen. Yukos stand vor der Pleite, Kukes musste gehen. Am Ende übernahm der Staatskonzern Rosneft das Yukos-Erbe.
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Gazprom verleibte sich später Yukos` Fusionspartner Sibneft ein. Damit ist der Appetit des Gasmonopolisten in der Ölbranche allerdings noch nicht gestillt. Medienberichten zufolge soll der Staatskonzern Interesse an der Übernahme eines Anteils an TNK-BP haben.
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Hat Gazprom Appetit auf TNK-BP? Es gibt daher schon Gerüchte über eine Beteiligung Gazproms an der neuen Steueraffäre. Die Infos an die Presse sollen gezielt gestreut worden sein, um Druck zu erzeugen.
Gazprom könnte in dem Fall mit dem britischen Anteilseigner British Petroleum gegen die russischen Aktionäre bei TNK-BP, d.h. Viktor Wechselberg und Michail Fridman, zusammen arbeiten. Immerhin erhöht die Steueraffäre den Druck vor allem auf die russischen Aktionäre, denn die Schulden stammen aus der Zeit vor der Fusion.
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Zwischen den Aktionären von TNK-BP gibt es seit längerem Unstimmigkeiten. Während die Briten vor allem eine Expansion in Russland befürworten, wollen Wechselberg und Co die Gewinne im Ausland anlegen und die Dividenden erhöhen.
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Unterschiedliche Strategie von Russen und Briten bei TNK-BP „Von der Dividendenhöhe hängt ihr Gewinn direkt ab, und bei der Anlage in Auslandsprojekte senken Fridman und Wechselberg das Risiko, da sie bei unvorhergesehenen Umständen das Geld schneller aus anderen Ländern abziehen können, als aus Russland“, erklärt Dmitri Absalow, Experte am Zentrum für politische Konjunktur.
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Einstieg von Gazprom käme BP zugute Wegen dieses Strategiestreits könnte British Petroleum ein Wechsel des russischen Partners durchaus gelegen kommen. Vor allem, da bei einem Einstieg von Gazprom etliche Hindernisse der Vergangenheit – Spionageaffäre, quasi Enteignung bei der Lagerstätte Kowykta, usw – in Zukunft de facto ausgeschlossen sind.
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Die Oligarchen Wechselberg und Fridman müssten bei diesem Szenario befürchten, deutliche Einbußen hinnehmen zu müssen. Gazprom hat in der Vergangenheit Projekte (z.B. SakhalinEnergy von Shell) und Unternehmen stets zu besonders günstigen Konditionen bekommen, wenn diese gerade unter staatlichem Druck standen.
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