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Ach, Jahrmarkt, ach, russiche Seele! (Foto: Djatschkow/.rufo)
Ach, Jahrmarkt, ach, russiche Seele! (Foto: Djatschkow/.rufo)

Karneval mit Tanzbären und Pfannkuchen

Von Karsten Packeiser, Moskau. Zwei als Clowns verkleidete Moskauer Mädchen haben sich von hinten an einen jungen Mann herangeschlichen und klopfen ihm auf die Schulter: "Hey du, hast du gute Laune?" Ehe er überhaupt antworten kann, wird der Mann fortgeschleppt und in eine lange Menschenkette eingereiht, die Polonaise tanzt: Was für den Kölner der Karneval, ist in Moskau seit vorchristlichen Zeiten das einwöchige "Masleniza"-Fest. Während der "Butterwoche", die diesen Montag begonnen hat, feiern die Russen das nahe Winterende.

Zentrales Element von Masleniza ist der Pfannkuchen. Er symbolisiert die Sonne, die im März mit jedem Tag mehr Kraft gewinnt und wird während der Feiern zig Millionen mal verzehrt. Auch, als zu Sowjetzeiten die Masleniza-Feiern weitgehend von der Straße in die Küchen der Wohnblocks verbannt waren, trafen sich praktisch alle russischen Familien auf jeden Fall ein paar Mal zum Pfannkuchen essen.

Im Zuge einer gewissen Ernüchterung über den westlichen Lebensstil und die Rückbesinnung auf altrussische Traditionen erlebt das Masleniza-Fest seit einigen Jahren in Russland eine Renaissance. "Die Masleniza ist das einzige durch und durch russische Fest", erläutern Tourismusmanager der Moskauer Stadtregierung ihre Großkampagne für den russischen Karneval. Umgerechnet über eine Million Euro haben sich die Stadtväter das Volksfest in diesem Jahr kosten lassen.

In Deutschland angebotene Pauschalreisen zur Moskauer Masleniza-Woche fanden vorerst jedoch nur eine bescheidene Nachfrage. In ein paar Jahren aber schon soll nach den Vorstellung der Tourismusmanager die Masleniza in Moskau auf der Welt so bekannt sein wie der Karneval von Rio. Bis dahin müssen aber, so scheint es, erst noch die Moskauer selbst wieder lernen, öffentlich ausgelassen zu sein. In diesem Jahr wird dazu eine ganze Armee von Pop-Stars und Folklore-Gruppen aufgeboten, die ein Konzert nach dem anderen gibt.

"Ach, Jahrmarkt!" schmettert etwa die Stimme der "Verdienten Künstlerin der Russischen Föderation", Ludmila Nikolajewa, von der Bühne hinunter auf den Moskauer Revolutionsplatz. "Ach, russische Seele", schallt das Echo von den grauen Mauern des Hotels "Moskau" zurück. Doch die Begeisterung der Schaulustigen hält sich in Grenzen, auch als Nikolajewa und ihre Musikanten die Bühne geräumt haben und stattdessen ein Mann in Lederstiefeln und Schiebermütze seinen kleinen Tanzbären an der Kette hinter sich herschleift, bis der anfängt, Purzelbäume zu schlagen.

Zu einer richtigen Masleniza-Woche gehören auch Schneeballschlachten, Feuerwerke und eine riesige Massenrauferei, bei der sich alle Teilnehmer die Seele rein prügeln dürfen. Auch Wodka kann noch einmal in Strömen fließen, bevor mit dem Masleniza-Ende für orthodoxe Christen die Fastenzeit beginnt und ausgelassene Feiern bis Ostern für sieben Wochen Tabu sind.

Am letzten Tag des russischen Karnevals bitten sich alle Freunde und Verwandten gegenseitig um Verzeihung. Überall im Land werden Strohpuppen verbrannt, die den russischen Winter symbolisieren. Der lässt sich von dem Spektakel in der Regel zunächst nicht beeindrucken. Gewöhnlich liegt in Moskau bis Mitte April noch eine Schneedecke.

(epd).

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Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



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