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Das russische Sondereinsatzkommando ALFA

Alpha ist die russische Eliteeinheit zur Geiselbefreiung. Die von KGB-Chef Jurij Andropow gegründeten Einheit hat sich nicht nur mit Ruhm bekleckert.

27. Dezember 1979: Die geheimen KGB-Einheiten A und W stürmen den Palast des afghanischen Präsidenten Amin und töten ihn. Beginn der sowjetischen Invasion in Afghanistan. Journalisten geben der Einheit A den Namen Alpha. Januar 1991: Litauen strebt nach Unabhängigkeit von der UdSSR. Alpha stürmt den Fernsehturm in Vilnius.

August 1991, Oktober 1993: Beim Putsch gegen Michail Gorbatschow weigert sich Alpha, das Weiße Haus zu stürmen, wo sich Russlands Präsident Boris Jelzin verschanzt hält. Zwei Jahre später widersetzt sich das Sondereinsatzkommando zunächst einem Jelzin-Befehl, am Kampf gegen den aufständischen Obersten Sowjet teilzunehmen, nimmt dann aber das Weiße Haus ein.

Juni 1995: Alpha stürmt das Krankenhaus der südrussischen Stadt Budjonnowsk, in dem etwa 1000 Menschen von tschetschenischen Terroristen um Schamil Bassajew als Geiseln gehalten werden. Der Sturm misslingt. Nach der Intervention von Premierminister Viktor Tschernomyrdin dürfen Tschetschenen und Journalisten, die sich als Ersatzgeiseln zur Verfügung stellen, in Bussen abfahren.

Januar 1996: Der Feldkommandeur Salman Radujew nimmt im Krankenhaus von Kislar zunächst 2000 Menschen als Geiseln, flüchtet dann aber in Richtung Tschetschenien. Kampfgruppe und Geiseln werden im Dorf Perwomaiskoje umzingelt. Der Gruppe Alpha gelingt es nicht, die Tschetschenen zu fassen. Sie können mitsamt Geiseln größtenteils entkommen.

Derartige Desaster werden von den "Veteranen der Gruppe Alpha" entweder auf Verrat oder auf falsche Einsatzführung und -orientierung zurückgeführt. Alpha eigne sich von Ausbildung, Ausrüstung und Konzeption her prinzipiell nicht zum quasimilitärischen Kampf in offener Feldschlacht.

Andere skandalöse Fehlschläge wie etwa der Tod eines Geheimdienst-Offiziers, der sich als Geisel bei einer Entführung in der schwedischen Botschaft zur Verfügung gestellt hatte, werden der Anti-Terrortruppe des Innenministeriums "Wympel" angekreidet. Sie hatten Kidnapper und ihren eigenen Offizier ins Kreuzfeuer genommen.

Zu den Erfolgen der Gruppe Alpha zählen vier gelungene Geiselbefreiungen in der Kaukasusregion Mineralnye Wody in den neunziger Jahren. Tatsächlich hatte die Gruppe Alpha meistens dann Erfolg, wenn sie entsprechend ihrem Auftrag eingesetzt wurde.

Die Sondereinheit wurde 1974 nach dem Überfall auf die israelische Olympiamannschaft in München auf Anordnung des damaligen KGB-Chefs Jurij Andropow gegründet. Die Antiterrortruppe war ursprünglich in die 7. Hauptverwaltung des KGB eingegliedert. Sie gehört heute zum "antiterroristischen Zentrum" des Inlandsgeheimdienstes FSB. Bei der Gründung wurden die britische SG-9 und die Sondereinheiten des israelischen Mossad als Vorbilder genutzt.

Die Aufgaben der Alpha damals: Spezialaufträge auf dem Territorium des Gegners, Kampf gegen Terroristen, Befreiung von Geiseln aus Häusern, Flugzeugen und anderen Transportmitteln. Heute: Vorbeugung und Verhinderung terroristischer Aktionen, Geiselbefreiungen und Festnahme von Terroristen.

In der Einheit dienen etwa 200 universell ausgebildete Kämpfer sowie "Spezialisten" (Scharfschützen, Bergsteiger, Kampfschwimmer). 230 Mann sind in Moskau stationiert, je 50 in Jekaterinburg, Chabarowsk und Krasnojarsk.

Alpha-Kämpfer gehen mit 36 in Rente. Ehemalige Mitglieder von Alpha und anderer russischer Sondereinheiten wie Wympel oder Witjas kontrollieren heute über 1000 private Wach- und Sicherheitsdienste in Russland.

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