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Gerd Ruge war lange Jahre der ARD-Mann in Moskau (Foto: mdr.de)
Gerd Ruge war lange Jahre der ARD-Mann in Moskau (Foto: mdr.de)
Mittwoch, 17.10.2007

Journalistenpreis des VDW an Gerd Ruge verliehen

Moskau. Gestern wurde zum fünften Mal der Journalistenpreis des Verbandes der deutschen Wirtschaft in Russland (VDW) verliehen. Zentrale Figur war dabei Gerd Ruge, der Altmeister der deutschen Korrespondentenzunft.

Die Veranstaltung findet im Zweijahresrhythmus statt und hat sich inzwischen zu einem von der deutschen Kommune in Moskau gut besuchten Ereignis gemausert.

Dem Festakt ging eine mehrstündige Publizistikkonferenz zum aktuellen und häufig bemühten Thema „Die Rolle der Medien bei der Imagebildung Russlands in Deutschland und Deutschlands in Russland“ voraus. Das gewählte Thema birgt natürlich Diskussions- und Explosionsstoff zugleich in sich, geht aber trotzdem immer aus wie das Hornberger Schießen. Prof. Galina Woronenkowa, Professorin am Lehrstuhl für internationale Journalistik und Literatur der journalistischen Fakultät und gleichzeitig Direktorin des Freien Russisch-Deutschen Instituts für Publizistik diskutierte dabei mit dem allseits bekannten deutschen Journalisten und Publizisten Prof. Gerd Ruge sowie dem Delegierten der deutschen Wirtschaft in Russland, Michael Harms – und die Wellen der Diskussion schlugen gleich recht hoch.

Dabei wurden zahlreiche scharfe Angriffe gegen schwarzmalerische deutsche Berichterstattung über Russland gefahren, einige von ihnen stellten sich dann aber als unberechtigt heraus. Die Diskussion wurde in drei Arbeitsgruppen fortgesetzt, wo es dann weniger emotional, dafür aber konkret und fachbezogen zur Sache ging.

Wirtschaftsbeziehungen sind immer besser als die politischen – und das Image



Gerd Ruge zeigt eine Putin-Karrikatur in der deutschen Presse (foto: ab/rufo)
Gerd Ruge zeigt eine Putin-Karrikatur in der deutschen Presse (foto: ab/rufo)
„Wirtschaftsjournalismus: Die Wirklichkeit ist besser als ihr Image“, „Die Rolle der Medien bei der Imagebildung“ und „Die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit in den deutsch-russischen Beziehungen“ lauteten die Themen. Bei allem Für und Wider konnte am Ende in der abschließenden Plenarsitzung konstatiert werden, dass die wirtschaftlichen Beziehungen weitaus besser sind, als die politischen, und dass im Grunde genommen kein Grund zur Panik besteht.

Das war in den deutsch-russischen Beziehungen, mit einer kleinen Ausnahme während der Zeit von Gorbatschows Perestroika, nie anders. Zu Zeiten des Kalten Krieges, als sich beide Seiten des Revanchismus und militärischer Aufrüstung bezichtigten, florierten die Wirtschaftsbeziehungen außerordentlich gut. Für westliche Unternehmer waren die Staatsverträge und -aufträge eine wahre Gelddruckmaschine, denn die Zahlungsmoral der UdSSR war über jeden Zweifel erhaben.

Gerd Ruge bemerkte abschließend, dass jeder Journalist gehalten sei, wahrheitsgetreu zu berichten, das heißt aber auch, „dass nicht nur das schöne und ebene Gesicht gezeigt werden kann, sondern auch die Warzen zu sehen sein müssen. Nur die Warzen zu zeigen ist nicht fair.“

Preisträger: Ruge, Kaimakow, Tredler



Dann wurden die diesjährigen Preisträger des mit 3000 Euro dotierten Journalistenpreises des VDW genannt: Gerd Ruge erhielt die Auszeichnung für seinen lebenslangen Beitrag zur Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen.

Er gehörte bereits 1955 als junger Journalist der Delegation unter Leitung von Kanzler Adenauer an, die sowohl die noch in Russland verbliebenen Kriegsgefangenen wie auch die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern mit nach Hause brachte. Bereits im darauffolgenden Jahr arbeitete er als erster ARD-Korrespondent in Moskau.

Boris Kaimakow, politischer Beobachter der RIA Novosti, wurde mit dem Journalistenpreis für zahlreiche analytischen Publikationen in deutschen Tageszeitungen, die Zusammenarbeit mit dem ZDF bei der Produktion von interessanten Dokumentarfilmen und seinen Einsatz für vertrauensvolle Beziehungen zwischen beiden Ländern geehrt.

Die talentierte junge Journalistin Irina Tredler erhielt den Nachwuchsförderpreis. Sie erhält mit Unterstützung des Goethe- Institutes in Moskau ein dreimonatiges Sprachpraktikum und durch Vermittlung der Presseabteilung der Deutschen Botschaft Moskau einen Praktikumsplatz in einem deutschen Medienbetrieb.

Der Journalistenpreis des VDW wird alle zwei Jahre eigentlich für Pressebeiträge vergeben. „Mit der Stiftung des Journalistenpreises möchte der Verband der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation eine kompetente und objektive Berichterstattung über Russland in den deutschen Printmedien und über Deutschland in den russischen Print- und elektronischen Medien fördern und damit zum gegenseitigen Verständnis zwischen beiden Ländern und Kulturen beitragen“, heißt es in der Ausschreibung.

Ruge erst Jury-Vorsitzender, dann Preisträger



Ursprünglich hieß es in der Ausschreibung zudem noch, dass Gerd Ruge den Vorsitz in der Jury habe. Er wurde dann allerdings vom derzeitigen Büroleiter des ARD-Studios in Moskau, Thomas Roth abgelöst, um den Preis selbst entgegen nehmen zu können.

(Martina Wiedemann, RIA Novosti/ab-rufo)


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