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| Der Internationale Frauentag in Russland offenbart viel Licht und viel Schatten. (Foto: newsru.com) | |
Montag, 08.03.2010
Frauentag: Russische Frauen weiterhin benachteiligt
Moskau. Am heutigen Montag feiert Russland den Internationalen Frauentag. Blümchen und Festtagsreden täuschen aber nicht darüber hinweg: Die Frauen in Russland haben immer noch nicht die gleichen Rechte wie die Männer.
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„Bei uns gibt es keine Geschlechtergleichheit“, sagt anlässlich des 8. März 2010 Ludmila Alexejewa, Chefin der Moskauer Helsinki-Gruppe. „Die Frauen in unserem Land fühlen sich völlig zu Recht rechtlich benachteiligt.“
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Besonders spürbar sei dies in der Politik und Geschäftswelt, so Alexejewa gegenüber Interfax. „In der Regierung, in der Duma und unter den Gouverneuren gibt es sehr wenige von uns. Das gleiche Bild herrscht im Business, wo Frauen meist nur Sekretärinnen sind und andere niedere Funktionen ausüben. Das ist eine ganz offensichtliche Diskriminierung.“
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Die Männer bessern sich Arbeitgeber stellten lieber Frauen ein, die bereits Kinder haben, weil sie keinen Mutterschaftsurlaub und verkürzte Arbeitszeiten mehr brauchen. Das wirke sich wiederum negativ auf die demografische Situation aus.
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Und doch gäbe es eine positive Tendenz: „Das Verhältnis zur Frau in der Familie ist besser geworden. In jungen Familien übernehmen die Männer heute einen Teil der Haushaltspflichten. In sowjetischer Zeit war es dagegen selbstverständlich, dass die Frauen das allein leisten mussten.“
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Regionale Diskrepanzen Die Bürgerrechtlerin Swetlana Gannuschkina weist ihrerseits darauf hin: Die Rechte der Frauen werden längst nicht überall im Lande eingehalten. Sie meint damit besonders die Kaukasus-Republiken, im Besonderen Tschetschenien.
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„In Tschetschenien wird offen über Vielweiberei und Zwangsehen gesprochen, wenn die Frau nicht frei entscheiden kann, besonders dann, wenn es sich um 13-jährige Mädchen handelt“, so Gannuschkina. Das sei auch eine Frage der Durchsetzung der föderalen Gesetzgebung – die Gesetze müssten überall im Land eingehalten werden.
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Frauen oft selbst Schuld an ihrer misslichen Lage Gannuschkina ist der Meinung, die Frauen würden ihre Gleichberechtigung zum Teil selbst verspielen. „Frauen geraten oft selbst in Abhängigkeiten, weil sie sich ein schönes Leben wünschen und dafür auf die ihnen zustehenden Rechte verzichten.“
Putin: Es gibt noch sehr, sehr viel zu tun Unterstützung finden die Bürgerrechtlerinnen auch bei Premierminister Wladimir Putin. In seiner Gratulationsbotschaft zum Internationalen Frauentag geht er offen auf die herrschenden Probleme ein.
„Heute ist ein leichter, fröhlicher Frühlingsfesttag“, beginnt die Botschaft, „aber er beginnt sehr ernst“, schreibt Putin auf der Internetseite der russischen Regierung. „Es gibt noch viel zu tun – beim Mutter- und Kinderschutz, beim Zugang der Frauen zu verschiedenen Tätigkeitsfeldern, der Lohngleichheit, gleichen Arbeitsbedingungen.“
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Wobei Putin, ganz als Mann, der er ja nun mal ist, die „ganz weiblichen“ Vorzüge der Frauen nicht vergisst: „Wir werden immer schätzen, was allein die Frauen ausmacht – ihre Zartheit, ihre Eleganz und ihren Charme.“
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