Maria Scharapowa ist erfolgreich, doch auch umstritten. Vor allem das laute Stöhnen auf dem Court stört ihre Gegnerinnen (Foto: vesti)
Donnerstag, 28.07.2005
Maria Scharapowa Nummer 1 der russischen Stars
Moskau. Die 18-jährige Wimbledon-Siegerin Maria Scharapowa ist vom Magazin Forbes zum reichsten und populärsten Star Russlands gekürt worden. Ihr Vermögen wird auf etwa 17 Millionen Euro geschätzt.
Seit sieben Jahren bringt das amerikanische Magazin Forbes jährlich die Liste der 100 meist gefeierten Stars heraus. Maria Scharapowa ist mit Platz 57 die einzige Russin, die in der internationalen Liste vertreten ist. Damit führt sie die russische Star-Liste, die von der russischen Tochter des Verlags erstellt wird, deutlich an.
Mit 18 Millionen USD Jahresverdienst verweist Scharapowa die Größen des russischen Showbiss, wie Pop-Diva Alla Pugatschowa (2,6 Millionen Euro) und deren ebenfalls singenden Ehemann Filip Kirkorow (1,8 Millionen Euro) und auf die Plätze.
Forbes bewertete bei seiner Star-Rangliste drei Kriterien: den Verdienst des letzten Jahres, die Aufmerksamkeit der Presse und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit (anhand von Internetanfragen).
Kurnikowas Nachfolgerin?
Vor anderthalb Jahren kannte noch niemand den Namen Maria Scharapowa. Der Sieg in Wimbledon, eines der wichtigsten Tennisturniere, katapultierte sie über Nacht in den Starhimmel. Nach Anna Kurnikowa, schickte sich bereits die zweite langbeinige, blonde Russin an, den Tenniszirkus aufzumischen.
Den Vergleich mit Kurnikowa, die Millionen verdient ohne je ein wichtiges Turnier gewonnen zu haben, lehnt Scharapowa ab. Ihr Ziel sei es, die Beste im Tennis zu werden und nicht eine Werbe-Ikone. “Ich spiele Tennis, weil ich die Nummer 1 werden will - und nicht Nummer 10”, so Scharapowa in einem Interview.
Das Geheimnis des Erfolgs
Die Geschichte ihres Erfolgs ist vor allem die harter Arbeit und eiserner Disziplin. Sechs Stunden verbringt die Russin täglich auf dem Platz. Sie weiß sehr gut, dass der Erfolg ein fragiles Gut ist. Eine Verletzung im nächsten Turnier oder ausbleibende Erfolge, und die Presse zerreißt sie in der Luft. Damit nähme das Interesse der Sponsoren ab und die Sportlerin würde aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwinden.
Das wissen auch Scharapowas Vater und ihre Manager. Sie wählen genau aus, welche Verträge angenommen werden. Nur drei Wochen sind im Jahr für Sponsorenaufträge reserviert. Ein hartes Regime, das sich bezahlt macht. Die 500.000 USD, die in Scharapowas Ausbildung in der bekannten Tennisschule von Nick Bollettieri investiert wurden, sind bereits mehrfach wieder eingespielt.
Maria sieht die Sache sehr pragmatisch: “Es ist sehr leicht, Geld auszugeben und schwer, es zu verdienen. Ich bin erst 18 und wer weiß was noch kommt. Eine Verletzung und ich bin aufgeschmissen.”
Zwölf Jahre Tennis hinterlassen ihre Spuren. An manchem Morgen fällt ihr der Weg zu Training schon sehr schwer und sie mag keine Tennisbälle mehr sehen. Doch so lange sich die Erfolge einstellen, wird sie weiter spielen.
(sts/rufo)
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