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| Als Gyurcsany (links) sich in Sotschi mit Putin traf, war es zuhause noch friedlich (Foto: kremlin.ru) | |
Dienstag, 19.09.2006
Ungarns Premier bei Putin: Thema Gas statt Wahllüge
St. Petersburg. Am Tag vor den schweren Krawallen in Budapest sprach Ungarns Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany auch mit Putin Klartext. In Sotschi ging es aber nicht um die ungarische Wahllüge, sondern um Erdgas.
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Gyurcsany hat mit seinem insgeheim mitgeschnittenen Eingeständnis vor Fraktionskollegen, er habe die Öffentlichkeit über den Zustand der Wirtschaft belogen, um seine Wiederwahl zu sichern, Ungarn in eine schwere Krise gerissen. In der Nacht stürmten Demonstranten das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Budapest und legten dort Feuer.
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Am Montag hatte der ungarische Premier sich noch in Sotschi mit Wladimir Putin getroffen. Dabei ging es selbstverständlich eher um internationale Fragen – und konkret um das Projekt, Ungarn zum Verteilungszentrum für russische Gaslieferungen nach Westeuropa zu machen. Doch auch bei dieser Gelegenheit äußerte sich der Regierungs-Chef von der Donau ungewöhnlich offenherzig, schreibt heute die „Iswestija“.
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Ungarn zieht gleichzeitig an zwei Pipelinesträngen
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Konkret sprachen die beiden Politiker über die Pläne zum Bau der sogenannten Südeuropäischen Gaspipeline. Sie soll die im letzten Jahr eingeweihte Rohrleitung „Blauer Strom“ aus Russland in die Türkei über den Balkan nach Ungarn verlängern. Putin hatte dies im März bei einem Besuch in Budapest vorgeschlagen. Ungarn partizipiert aber auch an dem Konkurrenzprojekt „Nabucco“, das Erdgas via Türkei und Ungarn nach Österreich bringen soll.
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“Wir Ungarn wollen Russland verstehen“
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In Sotschi zeigte der Sozialist Gyurcsany, der sich schon zum dritten Mal in anderthalb Jahren mit Putin traf, nun volles Verständnis für die russischen Interessen: „Unsere Zusammenarbeit im Energiesektor geht über den russisch-ungarischen Rahmen hinaus und trägt europäischen Charkater“, so Gyurcsany vor der Presse in Sotschi.
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„Wir sind voneinander abhängig. Europa braucht russische Energieträger und Russland braucht die europäischen Verbraucher. Wer das nicht versteht, der scheitert früher oder später. Aber wir Ungarn wollen Russland verstehen“, so Putins Gast – um dann zu verstehen, dass er möglicherweise schon wieder zu viel vor laufenden Mikrofonen geredet hatte: „Aber das bereden wir besser während der Verhandlungen“, brach Gyurcsany ab.
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(ld/.rufo)
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