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| Alexander Samoilenko war nur zwei Wochen lang Chef von Avtovazenergo (Foto: tv-samara.ru) | |
Dienstag, 05.12.2006
Killer erschießt Avtovaz-Energiemanager in Samara
St. Petersburg. In Samara ist gestern der Chef eines Energieunternehmens ermordet worden, das die Stromversorgung des Autowerkes Avtovaz übernehmen wollte. Alexander Samoilenko war erst zwei Wochen im Amt.
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Samoilenko leitete seit September 2004 die Geschäfte von „Itera-Samara“, einer regionalen Tochtergesellschaft des Energiekonzerns Itera, der von Gazprom unabhängig ebenfalls Erdgas fördert und in den GUS-Staaten um im Baltikum verkauft.
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Gemeinsam mit dem Lada-Hersteller Avtovaz gründete Itera ein Unternehmen namens „Avtovazenergo“, das für die Energieversorgung und Verteilung auf dem riesigen Werksgelände zuständig ist. Vor zwei Wochen gab Samoilenko dann seinen Posten bei Itera auf und übernahm die Leitung von Avtovazenergo.
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Lada-Manager im Lexus von sieben Kugeln getroffen
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Der unbekannte Killer lauerte dem 49 Jahre alten Samoilenko auf, als dieser das Itera-Büro verließ und in seinen Wagen stieg. Hinter einem Zaun auf einer Leiter stehend, durchsiebte der Schütze mit einer Kalaschnikow den Lexus des Managers. Samoilenko starb an seinen Verletzungen kurz darauf im Krankenhaus. Der Fluchtwagen des Killers wurde bald darauf brennend aufgefunden.
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Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Samoilenko wegen seiner beruflichen Tätigkeit erschossen wurde – und dass es ein Auftragsmord war.
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Rund ums Lada-Werk gab es immer schon Banden-Kriege
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Dies ist bei weitem nicht der erste in der Region, denn im Umfeld um das Lada-Werk im nahen Togliatti gibt es seit Jahrzehnten heftigste kriminelle Auseinandersetzungen. In der Gebietshauptstadt Samara wurde vor einigen Jahren sogar das Polizeihauptquartier in Brand gesteckt. Dabei gab es Dutzende von Toten und viele Ermittlungsakten verbrannten. In diesem Jahr gab es bereits zwei Mordanschläge auf Leiter von Avtovaz-Tochterunternehmen.
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Samoilenko hatte nach dem Wechsel auf den Chefsessel bei Avtovazenergo verkündet, mit dem Unternehmen auch über die Grenzen des Autowerkes hinaus auf den Elektrizitätsmarkt zu gehen. Konkret wollte er die Stromversorgung des vor den Toren der Lada-Fabrik gelegenen Stadteils Avtosawodski Rajon übernehmen. Damit drängte die Lada-Tochter allerdings in das Geschäftsfeld des lokalen Strom-Monopolisten Samara-Energo, der dort ein Kraftwerk betreibt.
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Avtovaz und Itera contra RAO EES und die Mafia?
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Wie der „Kommersant“ heute berichtet, hatte Avtovaz darüber hinaus letzte Woche erklärt, den bisherigen Vertrag mit Samara-Energo nicht verlängern zu wollen. Das regionale Tochterunternehmen des landesweiten Strommonopolisten RAO EES würde damit entweder seinen größten Kunden verlieren – oder zumindest ziemlich viel Geld, da im Gegenzug dem Lada-Werk günstigere Tarife angeboten wurden.
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Durch Samoilenkos Alleingang wäre aber wohl auch die Unterwelt von Togliatti zu Schaden gekommen, die über ihre diversen Mittelsmänner nicht nur an der Energieversorgung, sondern faktisch an allen Lieferungen an den Autogiganten sowie am Handel mit den fertigen Autos mitverdient.
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Vor einem Jahr war die Management-Spitze des wenig effektiv wirtschaftenden Autokonzerns ausgetauscht und mit Vertretern staatlicher Konzerne wie dem Rüstungsexporteur Rosoboronexport neu besetzt worden. Seitdem ist das Autowerk faktisch unter Staatskontrolle.
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(ld-gim/rufo)
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