Über zehn Millionen Menschen versuchen, in Europas größter Metropole Schritt zu halten. Moskau ist eine Welt für sich. Ein glitzerndes Schaufenster des Landes, das in den vergangenen 20 Jahren für westliche Verhältnisse nahezu unvorstellbare Reformen begonnen hat und doch ganz anders, als der Rest des Riesenreiches. Laut, grell und anmaßend ist Moskau heute. Eine Stadt, der jede Bescheidenheit fremd ist, in der Reichtum protzig zur Schau gestellt wird, die dank des russischen Kapitalismus boomt. Wer ein paar Jahre nicht in Moskau war, hat Mühe, sich hier erneut zurecht zu finden.
Schon immer war Moskau auch eine Stadt der Macht. Die Zaren bauten Kathedralen mit goldenen Kuppeln, die Sowjets hinterließen breite Prachtstraßen, Wolkenkratzer im Stil der Stalingotik und bahrten Lenins Mumie auf dem Roten Platz auf. Der Kreml als ewiges Symbol der Macht hat alle Zeiten überdauert.
Moskau ist kein Ort zum Erholen, doch die Sehenswürdigkeiten der Stadt können Touristen mehrere Wochen lang beschäftigen. Moskau ist voller Museen, Klöster und Kirchen.
Die Stationen der Metro oder das Hochhaus der Lomonossow-Universität auf den Sperlingsbergen zeugen von einer Ära, als Russland noch glaubte, das Paradies auf Erden – sprich, den Kommunismus, bauen zu können. Glitzernde Bürotürme und die Nobelboutiquen an der Twerskaja-Straße davon, dass alle Ideen von einst zu den Akten gelegt sind.
In den letzten Jahren wird Moskau langsam wieder mehr ein Ort zum Leben. Straßencafes schießen aus dem Boden. Altstadtstraßen werden zu Fußgängerzonen umgewandelt. Und nur ein paar Schritte vom Kreml entfernt oder am anderen Ufer des Moskau-Flusses gibt es auch immer noch stille Gassen und Hinterhöfe, bis zu denen der Lärm der Großstadt nicht durchdringt.
... und in der Ferne glänzen die goldenen Kreml-Kuppeln vor dem Winterpanorama der Stadt Moskau. Das historische Moskau, das "Goldköpfige" genannt, hatte 40x40 goldene Kirchenkuppeln. ( Topfoto: mig/.rufo)