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Russisches Sparprogramm für Marsflüge

Wenn NASA-Führung in den kommenden Jahr beim US-Kongress Hunderte Milliarden Dollar für einen bemannten Marsflug beantragt, wird sie ein Problem bekommen. Das russische Weltraumkonzern Energija, in dessen Werken das russische Shuttle „Buran“ und die Station Mir produziert worden sind, ist bereit, für lächerliche 14 Milliarden den Menschen zum 286 Millionen Kilometer entfernten Planeten zu bringen.

Den Kern des Projektes bildet ein neuartiger Antrieb. Anders als die Amerikaner, die für die Marsflüge einen Atomreaktor einsetzen wollen, entwickeln russische Ingenieure einen elektrischen Antrieb, bei dem der Arbeitskörper (ionisirtes Gas) durch ein elektrisches Feld beschleunigt wird.

Dadurch erreicht der Arbeitskörper 20-mal höhere Geschwindigkeiten als beim herkömmlichen Düsentriebwerk. Entsprechend weniger Treibstoff muss mitgeführt werden. Das vermindert das Startgewicht und die Kosten erheblich.

Das Prinzip war an mehreren sowjetischen Satteliten erfolgreich realisiert worden, und auch die Amerikaner statteten die Langstreckensonde „Deep Space 1“ mit einem solchen Ionenantrieb. Für wen das nicht überzeugend genug klingt, der sollte wissen, das die imperialen Abfangejäger TIE aus „Star Wars“ auch ein Ionentriebwerk besitzen.

Energie für die Beschleunigung liefern zwei gigantische Solarsegel, jeder so gross wie ein Fußballfeld. Die Solarsegel werden zusammengeklappt in die Umlaufbahn gebracht und anschließend ausgebreitet. Experimente mit ausklappbaren Trägerkonstruktionen sind auf der Station Mir unternommen worden.


Das Modul Swesda im All
Das Modul Swesda im All
Auch den Wohnraum für die Crew gibt es bereits. Das wird das in Russland gebaute Wohnmodul der ISS sein (Swesda – Der Stern), aber dreimal vergrößert. Die russischen Lebenserhaltungssysteme mit Luft- und Wasserregeneration sind seit Jahren auf der Mir und ISS im Einsatz und haben sich bewährt.

Kopfzerbrechen bereitet den Ingenieuren und Medizinern aber noch die kosmische Strahlung, vor der es im offenen Weltraum noch keinen 100-prozentigen Schutz gibt. Auch der Schutz von Meteoriten muss gewährleistet werden – Millionen Kilometer von der Erde entfernt würde eine Dekompression nach einem kleinen Meteoritentreffer tödlich enden.

„Energija“ plant aber für den ersten Marsonauten noch keine Marslandung. Auf die Marsoberfläche werden nur Robotor geschickt, die von der Marsumlaufbahn aus mit dem Joystick kontrolliert werden können.

„Für die Wissenschaft ist es nicht wichtig, ob der Mensch die Marsoberfläche am Monitor oder mit bloßem Auge sieht“, sagt Leonid Gorschkow, einer der leitenden Ingenieure der „Energija“. „Wir können keinen Menschen in eine noch so perfekte Technik setzen, bevor sie real getestet worden ist“.


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