Wer glaubt, dass in Russland immer noch ausschließlich mittels Telegraphendraht und Briefen kommuniziert wird, der irrt. Die statistischen Daten belegen zwar, dass weniger als 10% der russischen Bevölkerung das Internet aktiv nutzen, doch die Klientel wächst sprunghaft. Ende 2002 gab es etwa 8.700.000 Internetnutzer. Auch Sie können dabei sein. Ganz einfach:
Internetcafes sprießen wie Pilze aus dem Boden. Viele von ihnen sind durchgängig geöffnet. Die Preise für eine Stunde Nutzung schwanken zwischen 30–60 Rubel (1–2 €), besonders verbreitet sind die Treffpunkte der Onlinenutzer natürlich in Moskau.
Wenn Sie in einem Hotel abgestiegen sind, können Sie, sofern vorhanden, auch ins business center und dann online gehen. Wenn es kein business center (neurussisch: „bisness zentr“) gibt, entsprechen vermutlich auch die Telefonkabel-Stecker nicht den internationalen Normen. In diesem Falle hilft nur eins: mit Hilfe einer Krokodilklemme ab in die Welt des World Wide Web. Der Gentleman repariert hinterher das Kabel.
Es gibt natürlich auch noch die Möglichkeit, das eigene, deutsche Mobiltelefon für den Gang ins Internet zu nutzen. Auch dies ist teuer und mit einigen Komplikationen verbunden, weil Sie natürlich sowohl die Telefongebühren ihres Anbieters bezahlen als auch den jeweiligen Internetprovider , bei dem Sie sich einwählen. Nutzen Sie dann noch einen deutschen Provider, wird die Rechnung noch dicker, weil Sie dazu nach Deutschland telefonieren müssen.
Welche Alternativen gibt es ?
Mit der in Deutschland gebräuchlichen Software von T-Online und AOL werden Sie in Russland nicht glücklich. Doch es gibt russische Internetprovider, deren Karten man fast ebenso problemlos erwerben kann wie die Karten für ein Mobiltelefon. Manche Mobiltelefonanbieter verfügen übrigens auch über eigene Internetzugänge.
Im Allgemeinen brauchen Sie jedoch eine Internetkarte. Zum Einloggen wählen Sie die Nummer des Modems, die auf der Karte angegeben ist. Mit etwas Glück findet Ihr Notebook-Modem auch schnell eine freie Leitung und den Anschluss an das Modem des örtlichen Providers. Sie kommen dann auf die Seite Ihres Providers, geben dort noch einmal den Schlüssel zum Aufladen Ihres Accounts (der auf Ihrer soeben erworbenen Karte steht) ein und sind drin.
„Das ist ja einfach“ hätte ein berühmter Ex-Tennisspieler dazu gesagt.
Die größten russischen Provider sind MTU, Russia Online (ein Tochterunternehmen von AOL, früher Glasnet) und aha.
Was tun gegen Hiroglyphen statt Emails
Wenn Sie Emails in kyrillischen Buchstaben verschicken, kann es passieren, dass der Empfänger Ihre Mail nicht lesen kann, obwohl er den kyrillischen Zeichensatz installiert hat. Das hängt damit zusammen, dass es verschiedene Codierungssysteme von Emailtexten gibt. Diese sind providerabhängig und überlagern sich teilweise.
Wenn Sie solch eine Mail erhalten, gibt es einen Rettungsanker um vielleicht doch noch etwas erkennen zu können. Eine russische Internetseite bietet einen Decoder an, der die Mail in den meisten Fällen doch noch entziffert. Der Decoder ist glücklicherweise auch von Deutschland aus zugänglich, schließlich heißt das Internet ja world wide web.
Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)