Wahl auf turkmenisch: 97 Prozent für Berdymuhammedow
Handball: Berliner Füchse überlisten russischen Bären
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Helm ab. Die Arbeitslosenzahlen in der russischen Industrie sollen steigen (Foto: Ballin/.rufo)
Helm ab. Die Arbeitslosenzahlen in der russischen Industrie sollen steigen (Foto: Ballin/.rufo)
Freitag, 04.12.2009

Arbeitslosigkeit in Russland steigt sprunghaft an

Moskau. In Russland droht ein sprunghafter Anstieg der Arbeitslosenzahlen in diesem Winter. Die Schätzungen schwanken zwischen acht und 16 Millionen Arbeitslosen. Vor allem junge Menschen finden keine Stelle.

Derzeit sind nach Angaben der Statistikbehörde Rosstat 5,8 Millionen Russen ohne Arbeit. Im Frühjahr auf dem Höhepunkt der Krise lag der Wert sogar zwischenzeitlich bei über sieben Millionen Menschen.

Entlassungen stehen zur Jahreswende an


Doch nach Einschätzung der internationalen Arbeitsorganisation ILO könnte selbst dieser Wert in diesem Winter noch übertroffen werden. Viele Großbetriebe haben intern bereits Entlassungen angekündigt.

Zwar hat sich die russische Wirtschaft in den letzten Monaten leicht erholt, doch der Industriesektor ist nach wie vor schwach. Im Jahresvergleich wird die Industrieproduktion um weit über zehn Prozent schrumpfen.

Staat kann Entlassungen nicht mehr verhindern


Das wirkt sich natürlich auch auf die Beschäftigungszahlen aus. Der Staat kann die meisten Betriebe nicht mehr von Entlassungen abhalten. Selbst staatliche Betriebe kürzen radikal ihre Belegschaft. So sind bei der Post 30.000 Entlassungen geplant. Bahn und die staatliche Sberbank haben ihren Personalabbau schon begonnen und nun hat die Regierung auch einem massiven Stellenabbau bei Avtovaz zugestimmt.

Bei Russland-Aktuell
• Gesundschrumpfen: 20 Städte in Russland überflüssig (28.10.2009)
• Beschlossene Sache: Rezession in Russland beendet (21.10.2009)
• Mehr Arbeitslosigkeit, mehr soziale Konflikte (25.09.2009)
• Armut in Russland steigt durch Krise stark an (31.08.2009)
• Verzweiflungsaktion: Strassenblockade vor Wirtschaftsforum (02.06.2009)
Avtovaz ist zwar nur zu 25 Prozent im staatlichen Besitz, aber seit längerem von staatlichen Hilfsgeldern abhängig. Die von der Fabrik angekündigten Stellenstreichungen hatte Vize-Premier Igor Schuwalow zunächst zurückgewiesen. Inzwischen hat die Regierung aber ihr Einverständnis gegeben, rund 27.000 Angestellte zu feuern. Immerhin soll ein Teil davon über Sozialprogramme aufgefangen werden.

Bei anderen Betrieben, insbesondere in Bau, Landwirtschaft und Verkehr, die im Winter Flaute haben, werden Stellen ersatzlos gestrichen. Schon jetzt befinden sich nach Angaben der Gewerkschaften 1,6 Millionen Russen in Kurzarbeit oder unbezahltem Urlaub. Sie sind akut entlassungsgefährdet.

Auswirkungen zum 1. April sichtbar


„Diese Erschütterungen auf dem Arbeitsmarkt wird die Statistik wohl erst Anfang April erfassen. Ich fürchte, hier gibt es schon nichts mehr zu lachen. Am 1. April wird die Zahl der Arbeitslosen bei etwa acht Millionen Menschen liegen. Aber sie kann auch 16 Millionen erreichen“, sagte ein Sprecher der ILO.

Junge Arbeitnehmer haben es besonders schwer


Überdurchschnittlich schwer haben es junge Arbeitnehmer. Nach Angaben der Föderation unabhängiger Gewerkschaften ist fast ein Drittel der arbeitsfähigen Russen unter 25 Jahren arbeitslos. Schuld daran ist nach Meinung von Soziologen auch das Bildungssystem in Russland. Die Universitäten bereiten Absolventen nicht genügend auf die Anforderungen im Berufsleben vor, klagt das „Unabhängige Institut für Sozialpolitik“ NISP.

Die Folgen sind dramatisch. Es droht eine „verlorene Generation“ heranzuwachsen. Auf die Arbeitslosigkeit können Depression, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit und Kriminalität folgen, warnen die Soziologen.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Freitag, 04.12.2009
Zurück zur Hauptseite








Containerumschlag im Hafen von St. Petersburg: Auf diese Weise importiert Russland vor allem - exportiert werden vorrangig Rohstoffe wie Öl, Gas, Metall und Holz.(Topfoto:Deeg/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>








Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Der Russland-Aktuell
und RIA Nowosti
Wirtschaft-Monitor

13.02.2012Wirtschaftskrise in Griechenland
13.02.2012Goldschürfer von Magadan produzieren um die Hälfte mehr Edelmetall
13.02.2012Russischer Diamanten-Gigant Alrosa steigert Umsatz
13.02.2012Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle
13.02.2012GLONASS Navigations- und Ortungsgeräte werden Pflicht

Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
Susanne Brammerloh, St.Petersburg

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
Kopf der Woche
Wahlkampf auf südossetisch: Staatsanwalt wird entlassen
Kommentar
Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle
St.Petersburg
Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
Thema der Woche
Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa
Moskau
Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent
Kaliningrad
Moskaus Ex-Bürgermeister macht jetzt Mist in Ostpreußen

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell






google.com
yahoo.com