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| Michail Guzerijew lebt seit 2007 in London, in Moskau laufen Untersuchungen wegen Betrugs gegen ihn (Foto: TV) | |
Freitag, 13.11.2009
Bekommt flüchtiger Oligarch seinen Ölkonzern zurück?
Moskau/London. Vor zwei Jahren flüchtete Ölmagnat Michail Guzerijew unter dem Druck russischer Steuerfahnder nach London. Zurück ließ er den Ölkonzern Russneft, den Deripaska übernahm. Nun ist Guzerijew wieder an der Reihe.
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Guzerijew, einst Präsident der Ölgesellschaft Slawneft, gründete Russneft 2005. Innerhalb kurzer Zeit baute er ihn zu einem der Top-10-Konzerne in der russischen Ölbranche auf, 2008 förderte Russneft 14,2 Mio. Tonnen Rohöl.
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Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung Allerdings soll Guzerijew dabei ordentlich getrickst haben, die russische Staatsanwaltschaft ermittelte gegen die Konzernführung wegen Steuerhinterziehung und Betrug in Höhe von über 20 Mrd. Rubel (knapp 500 Mio. Euro). Guzerijew, das Beispiel Michail Chodorkowski vor Augen, floh außer Landes und verkaufte seinen Konzern an Oleg Deripaska. Die Abfindung soll bei 3 Mio. USD gelegen haben.
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Erst im Oktober wurde der Fahndungsbefehl per Interpol gegen Guzerijew aufgehoben. Die russischen Behörden bestreiten allerdings, dass das Verfahren gegen den flüchtigen Milliardär eingestellt worden sei. „Die Untersuchungen laufen“, teilte das Ermittlungskomitee am Mittwoch mit.
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Rolle rückwärts im Russneft-Geschäft? Trotzdem kursieren in russischen Medien Spekulationen darüber, dass Guzerijew Russneft wiederbekommen könnte. Angeblich verhandeln Deripaska und Guzerijew über die Rückgabe.
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Deripaska kontrolliert Russneft zwar, konnte offiziell aber Russneft noch nicht übernehmen, da das Geschäft zwischen zwei offshore-Gesellschaften abgeschlossen wurde und damit der Genehmigung durch eine Regierungskommission benötigt. Diese Genehmigung wurde trotz der guten Kremlkontakte Deripaskas bis heute nicht erteilt.
Immerhin Russneft hat Deripaska bislang gute Dienste erwiesen. Über den Ölkonzern nahm der einst reichste Mann Russlands bei der Sberbank einen Kredit auf. Mit dem Geld kaufte Russneft verschuldete Aktiva von Rusal und entlastete den Milliardär damit bei der Schuldentilgung für seinen Aluminiumgiganten.
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Deripaska sucht Käufer für den Ölkonzern Inzwischen ist Rusal allerdings mit über vier Milliarden Euro selbst hoch verschuldet, Deripaska will den Konzern abstoßen. Zuletzt hatten sich Gazpromneft und der Mischkonzern AfK Sistema von Milliardär Wladimir Jewtuschenko für das Unternehmen interessiert, doch angesichts der Schuldenlast abgewunken.
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Nun taucht AfK Sistema erneut in den Spekulationen auf, entweder als Vermittler des Rückkaufs oder als Partner von Guzerijew. Informationen über einen Kaufpreis gibt es nicht. Das nährt den Verdacht, dass Deripaska die Spekulationen selbst streut, um den Preis für Russneft nach oben zu treiben.
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