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| In den Krankenhäusern sterben immer noch Menschen des Nachtclubbrands von Perm (Foto: TV) | |
Freitag, 11.12.2009
Kampf gegen Korruption oder Windmühlen nach Großbrand?
Moskau. Die Behörden machen Ernst. Im ganzen Land werden Clubs auf die Einhaltung von Brandschutz-Verordnungen überprüft. Großen Moskauer Clubs wie B2, Projekt OGI oder Totschka droht das Aus. Doch wie echt ist der Kampf?
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Die Anzahl der Todesopfer der Brandkatastrophe in Perm ist auf 141 Personen gestiegen. Immer noch liegen 90 Menschen in den Krankenhäusern von Moskau, St. Petersburg, Perm und Tscheljabinsk.
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Korruption ist schuld an der Tragödie Für die hohe Zahl der Opfer sei nicht nur das Management des Clubs verantwortlich, erklärte Kremlchef Dmitri Medwedew hinterher, sondern auch die Korruption der Beamten. Diese müssten hart bestraft werden, damit sich etwas ändere, forderte er den Generalstaatsanwalt Juri Tschaika auf.
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Tatsächlich drohen nun einer Reihe von Beamten persönliche Konsequenzen. Die Regierung der Region Perm ist bereits zurückgetreten. Der Bürgermeister der Stadt Perm hat ebenfalls seinen Rücktritt erklärt. Selbst Gouverneur Oleg Tschirkunow hat seinen Posten schon angeboten, soll aber zumindest bis zum Ende der Ermittlungen noch im Amt bleiben.
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Gegen den stellvertretenden Leiter des regionalen Katastrophenschutzes Wladimir Muchutdinow wurde inzwischen ein Strafverfahren wegen Fahrlässigkeit eingeleitet. Immerhin hat seine Behörde die Genehmigungen für den Aufbau und Betrieb des Nachtclubs „Lahmes Pferd“ gegeben – und dafür im Gegenzug wohl einiges an Bestechungsgeld erhalten.
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Woge von Kontrollen schwappt über Russland Doch nicht nur im konkreten Fall wird ermittelt. Eine Welle der Überprüfungen rollt durch das ganze Land. Clubs, Theater, Cafes und Restaurants werden auf die Einhaltung der Brandschutzbestimmungen kontrolliert.
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In Moskau wurden bereits drei Klubs geschlossen. So bekannte Klubs wie B2, Projekt OGI, Totschka, Ikra, 16Tonn oder Kitaiski Ljotschik wurden ebenfalls angezählt. Nach Angaben der Präfektur Moskau-Mitte sollen sie ebenfalls geschlossen werden.
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Kaum jemand hält sich an Vorschriften Sie wurden in der Vergangenheit schon verwarnt, doch die Vorschriften würden immer noch nicht eingehalten, erklärte der Pressedienst der Präfektur. Die Beschuldigten erklärten hingegen, dass es sich um „unwesentliche“ Beanstandungen gehandelt habe.
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Die häufigsten bei den Kontrollen festgestellten Vergehen sind das Fehlen bzw. Zustellen von Notausgängen und Fenstern. Genau dies hatte im Nachtclub Lahmes Pferd zu Panik und vielen Toten geführt.
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Für 90 Tage soll auch der Durow-Tierzirkus geschlossen werden. Eine schnelle Evakuierung des Theaters sei unmöglich, erklärten die Ermittler. Den Antrag der Staatsanwaltschaft zur Schließung berät derzeit ein Moskauer Stadtgericht.
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Furcht vor dem Ruin Die Clubbesitzer sind verstört. Sie fürchten gewaltige Einnahmeverluste. „Der Dezember ist der lukrativste Monat, die Zeit der Betriebsfeiern und Feste, die Umsätze steigen auf das 1,5 bis zweifache“, erklärte ein Clubbesitzer. „Wenn wir in dieser Zeit schließen müssen, dann schließen wir für immer“, fügt Alexej Paperny Direktor des „Kitaiski Ljotschik“ hinzu.
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Die gesamte Branche zu ruinieren, kann nicht das Ziel der Kontrollen sein. Das Problem besteht darin, dass viele Beamte nun Aktivität vortäuschen, um sich vor ihren Vorgesetzten zu profilieren. Was fehlt, ist eine stringente Durchsetzung klarer Regelungen – nicht nur nach Katastrophenfällen.
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Keine durchgehende Durchsetzung des Rechts Dass dies zumindest bisher nicht der Fall war, beweist die Kette der zahlreichen Unglücksfälle. Vor dem Nachtclub-Brand war es die Explosion eines Munitionslagers in Uljanowsk an der Wolga, davor ein Kraftwerksunglück in Sibirien, um nur die größeren Unglücksfälle der letzten Monate zu nennen.
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Und so bleibt zu befürchten, dass auch nach diesem kurzen Aufschrecken alle Beamten wieder in ihren Sessel zurücksinken. Schließlich lässt sich durch Nichtstun im Amt am besten in Russland verdienen.
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