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| Derzeit herrscht Ratlosigkeit an der russischen Börse (Foto: Archiv) | |
Freitag, 17.08.2007
Börsentalfahrt – Droht Russland ein neuer Default?
Moskau. Vor neun Jahren brach im August der russische Finanzmarkt zusammen. Die Folgen waren eine schwere wirtschaftliche und politische Krise im Land. Auch jetzt rauscht die Moskauer Börse im Fahrwasser der Weltmärkte nach unten.
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In den letzten Tagen verlor die russische Börse knapp 200 Punkte oder zehn Prozent. Schwergewichte wie Gazprom (am Donnerstag minus fünf Prozent) oder Sberbank (am Donnerstag -4,9%) drücken den Index stark nach unten. Allerdings zählen praktisch alle Werte zu den Verlierern, der RTS fällt auf breiter Front. Ölbranche, Banken und Energieversorger sind im Minus.
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Parallelen zu 1998 gezogen
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Pessimisten erkennen schon Parallelen zur Situation 1998. Auch damals brach der russische Finanzmarkt nach einer weltweiten Wirtschaftskrise zusammen. Wie vor neun Jahren kommt die Gefahr 2007 von außen – die US-Hypothekenkrise hat zu einer weltweiten Kreditkrise und Börsenbaisse geführt.
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Freilich sieht die Situation in Russland deutlich positiver aus als vor neun Jahren. War 1998 der Ölpreis niedrig, der Staat verschuldet und der Haushalt defizitär, so sind nun umgekehrt die Ölpreise auf hohem Niveau, Russland selbst in der Lage, Kredite zu vergeben und der Haushalt erwirtschaftet seit Jahren ein Profizit.
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Also kein Grund zur Panik?
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Sicher nicht, denn Russland ist auf den Sturm vorbereitet, befindet die Wirtschaftszeitung „Wedomosti“. Allerdings wird dieser Sturm auch die russische Wirtschaft durchrütteln. Dennoch dürften die an sich schwachen russischen Banken von der Krise weniger betroffen sein als europäische Kreditinstitute, sind die meisten von ihnen doch nicht in den maroden Krediten für amerikanische Häuslebauer involviert.
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Schlimm wird es nur, wenn der Ölpreis deutlich fällt. Immer noch ist Russland weitgehend von seinem schwarzen Gold abhängig. Weit mehr als die Hälfte der Staatseinnahmen werden durch den Erdölexport regeneriert. Russisches Öl fließt einerseits nach Europa, andererseits auch nach China.
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Globale Vernetzung könnte auch Russland treffen
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Sollten die amerikanischen Konsumenten aufgrund der Hausbaukrise im Land nun den Konsum drosseln, würde dies in erster Linie chinesische Produkte treffen, rechnet „Wedomosti“ vor, denn 20 Prozent der chinesischen Waren werden in den USA gekauft. Eine geringere Produktion bedeute aber auch eine geringere Nachfrage nach russischem Öl von Seiten Pekings, befürchten Pessimisten.
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Tatsächlich fielen die Ölpreise in den vergangenen Tagen leicht ab. Freilich ist es bis zur für Russland kritischen Grenze noch weit. Bei einem Ölpreis unter 40 USD pro Barrel wird der russische Haushalt defizitär. Derzeit liegt der Preis bei etwa 70 USD. Abwarten und Tee trinken, heißt somit die Devise der meisten russischen Anleger.
(ab/.rufo/Moskau)
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