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Mittwoch, 15.08.2007

Bombenanschlag: Russische Bahn will Sicherheit erhöhen

Moskau. Die Züge rollen wieder. Einen Tag nach dem Anschlag auf den Schnellzug „Newski Express“ sind die Gleise repariert, erklärt Bahnchef Wladimir Jakunin. Der Schaden für die RZD beläuft sich auf „zig Millionen USD“.

Genaue Angaben zur Schadenshöhe konnte Jakunin am Mittwoch auf einer Pressekonferenz nicht machen. Doch allein ein Waggon koste etwa 50 Mio. Rubel (1,4 Mio. Euro), die Lokomotive doppelt so viel, sagte er. Insgesamt waren bei dem Terroranschlag zwölf Waggons beschädigt worden, zwei davon irreparabel.

„Die Schäden gehen in die zig Millionen USD“, erklärte Natalja Akafjewa vom Pressedienst der Bahn. Zu den Reparaturkosten für Zug und Schiene – insgesamt wurden 750 Meter Gleisweg beschädigt - kommen diverse Kosten für die Umorganisierung des Verkehrs.

Bei Russland-Aktuell
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76 Passagierzüge mussten auf andere Strecken umgeleitet werden. Das hatte Auswirkungen auf das gesamte Beförderungssystem der Bahn. Güterzüge blieben zunächst einmal stehen. Auch nach der Gleisreparatur wird es noch einige Tage lang zu Verzögerungen beim Güter- und Personenverkehr kommen. Auf dem Teilstück herrschen vorläufig noch Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Kritik am Sicherheitssystem der Bahn wollte Jakunin nicht gelten lassen. Im Gegenteil: Es sei allein dem hervorragenden Sicherheitsstandard der RZD zu verdanken, dass bei dem Anschlag nichts Schlimmeres passiert ist, sagte der Bahnchef.

Hohe Sicherheitsstandards der Bahn verhinderten schlimmers, sollen aber noch weiter erhöht werden



Dennoch versprach er, den Sicherheitsstandard weiter zu erhöhen. So sollen Bahnhöfe und Nahverkehrszüge standardmäßig mit Überwachungskameras ausgestattet, der Zugang zu den Gleisanlagen durch den Bau von Zäunen erschwert werden.

Bei Russland-Aktuell
• Chronologie: Terroranschläge auf Eisenbahnen (06.02.2004)
• 14:14 - Bahnhof in Moskau evakuiert (09.12.2003)
• Erneut Anschlag auf Nahverkehrszug im Kaukasus (05.12.2003)
• 11:46 - Bombenanschlag auf Bahnhof verhindert (13.10.2003)
Doch auch der RZD-Präsident weiß, dass dieses Millionen-Investitionsprogramm keine vollständige Sicherheit gewährt. Immerhin liegen in Russland 85.000 Kilometer Schiene. Es sei nicht möglich, alles abzusperren, räumte er ein.


Bereits in den jetzigen Planungen machen nach Angaben des RZD-Pressedienstes sicherheitsrelevante Ausgaben gut ein Drittel des Unternehmensbudgets aus

Härtere Strafen für illegale Eingriffe in den Bahnverkehr



Daher fordert die Bahn den Staat auf, mehr Verantwortung für die Sicherheit des Transports in Russland zu übernehmen. So sollen u.a. deutlich härtere Bestrafungen für Personen durchgesetzt werden, die illegal in den Eisenbahnverkehr eingreifen. Allein im 1. Halbjahr 2007 gab es 1.500 derartige Störungen.

„Die RZD-Führung hat bereits mehrfach ihre tiefe Besorgnis über Fälle von Vandalismus, Raub und Zerstörung von Eisenbahnanlagen zum Ausdruck gebracht. Dies bringt dem Unternehmen nicht nur kolossale materielle Schäden von mehreren Millionen Rubel pro Jahr ein, sondern stellt auch eine reale Gefahr für den Eisenbahnverkehr dar“, heißt es in einer Presseerklärung des Unternehmens.

Bislang sieht das russische Gesetz lediglich eine Bestrafung vor, wenn es durch diese illegalen Aktionen tatsächlich zu schweren Folgen gekommen ist.

Jakunin will allerdings nun den Druck auf die Duma und die Regierung verstärken, um die Sanktionen gegenüber Störenfrieden zu verschärfen. Die Chancen für seine Gesetzesinitiative schätzt er nach dem jüngsten Anschlag als gut ein.

(ab/.rufo/Moskau)


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