Von außen macht der Terminal zunächst einen guten Eindruck. Allerdings ist er trotz Eröffnung immer noch im Bau (Foto: Ballin/.rufo)
Montag, 25.06.2007
Joe Cocker eröffnet Flughafenterminal in Kaliningrad
Kaliningrad. Mit einem Konzert von Joe Cocker und den Scorpions wurde der neue Flughafenterminal in Kaliningrad offiziell eingeweiht. Mit dem Bau will KD-Avia Chrabrowo zum Hub im europäisch-russischen Flugverkehr machen.
Über 100 Mio. USD hat KD-Avia eigenen Angaben zufolge in den Bau der neuen Abfertigungshalle investiert. „40 Prozent der Mittel stammen von den Aktionären, der Rest wurde über Kredite und Anleihen finanziert“, erklärte der Exekutivdirektor von KD-Avia, Leonid Izkow. Innerhalb von zehn Jahren soll sich der Flughafenkomplex rentieren.
Einladung an andere Fluggesellschaften
Vielerorts gleicht der Flughafen noch einer Baustelle (Foto: Ballin/.rufo)
Dazu lädt KD-Avia ausdrücklich auch andere Passagier- und Frachtfluggesellschaften ein, den neuen Terminal zu nutzen. Bislang gibt es freilich noch keine neuen Kunden, wohl auch daher, weil der Terminal, obwohl offiziell bereits eröffnet, immer noch wie eine große Baustelle aussieht. Zudem regnet es in der alten Haupthalle zu allem Überfluss noch durch. Die Ankündigungen der KD-Avia-Führung, den Flughafen Kaliningrad Chrabrowo zu einem internationalen Drehkreuz im Ost-West-Verkehr auszubauen, wirken angesichts solcher Pannen daher kühn.
Immerhin werden in diesem Sommer bereits zehn neue Zielgebiete in Europa angesteuert. Bedient werden u.a. die Business-Metropolen London, Paris, Barcelona und Rom. In Deutschland werden künftig täglich Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Hannover angeflogen. Pro Tag bewältigt der Flughafen Chrabrowo nach dem neuen Flugkalender durchschnittlich 36 Flüge. 1,5 Mio. Passagiere will KD-Avia in diesem Jahr abfertigen. Zudem könne pro Flug etwa Tonne Güter geladen werden, erklärt der Kommerzdirektor Vitali Golowin.
Kaliningrad als Bindeglied zwischen Europa und russischen Regionen
„Ein Komplex zur Güterabfertigung existiert bereits. KD-Avia hat zudem die Lizenz als Zollbroker für die Einfuhr von EU-Gütern nach Russland. Wir warten auf Spediteure“, sagt Golowin. Dabei setzt KD-Avia vor allem auf die russischen Regionen. Die Verbindungen in die Millionenstädte Samara, Nischni Nowgorod, Jekaterinburg und Omsk biete KD-Avia derzeit günstiger als die Konkurrenz an, teilt der Manager mit. Zudem soll nach einer Aufrüstung der Flugflotte von derzeit 12 auf 19 Flugzeuge auch noch Nowosibirsk angeflogen werden.
Dr. Stephan Stein, Leiter der Delegation der Deutschen Wirtschaft in der russischen Nordwestregion, ist prinzipiell vom Erfolg des Projekts überzeugt. Zwar gebe es immer noch zuviel Bürokratie und Korruption in Kaliningrad, aber die boomende Wirtschaft wiege das Risiko auf. „Kaliningrad wird interessant auch im Transportbereich. Es werden Lager gebaut und Logistikzentren entstehen“, erklärt Stein. Ein internationaler Flughafen eröffnet den Spediteuren weitere Möglichkeiten. Bislang war Kaliningrad vor allem auf den Fähr- und Autoverkehr angewiesen.
(ab/.rufo/Kaliningrad)
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Containerumschlag im Hafen von St. Petersburg: Auf diese Weise importiert Russland vor allem - exportiert werden vorrangig Rohstoffe wie Öl, Gas, Metall und Holz.(Topfoto:Deeg/.rufo)