Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister
Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Die Zentrale des Gazprom-Gesamtkonzerns in Moskau (Foto: Yandex)
Die Zentrale des Gazprom-Gesamtkonzerns in Moskau (Foto: Yandex)
Montag, 29.09.2008

Kartell-Behörde: Strafen für Gazprom-Neft und TNK-BP

Moskau. Laut der Kartell-Behörde FAS haben die Öl verarbeitenden Unternehmen Gazprom-Neft und TNK-BP ihre Marktmacht mißbraucht und überhöhte Preise durchgesetzt. Den Sündern drohen Millionen-Euro-Strafen.

Als sich im ersten Halbjahr die Klagen über zu hohe Preise für Öl-Produkte häuften, scheuchte der russische Premierminister Wladimir Putin die Beamten der russischen Kartell-Behörde FAS auf. (Federalnaja Antimonopolnaja Sluschba, Föderaler Antimonopol-Dienst).

Putin droht mit Entlassungen


Der Premier empfahl den Beamten endlich „aufzuwachen“ und „aktiv und effektiv ihre Funktion auszuführen.“ Um den Worten Nachdruck zu verleihen, drohte Putin mit personellen Umstrukturierungen innerhalb der Behörde.

Bei Russland-Aktuell
• Verurteilt: Falscher Staatsanwalt erpresste Gazprom (22.09.2008)
• Gazprom und Total fördern zusammen Gas in Bolivien (19.09.2008)
• Gazprom lenkt Gaslieferungen um – für 30 Stunden (02.09.2008)
• Gazprom soll größtes Unternehmen der Welt werden (23.06.2008)
Nur wenige Tage später hatte der FAS die Schuldigen gefunden: RosNeft, Lukoil, SurgutNefteGas, TNK-BP und Gazprom-Neft (Gasprom-Neft) sollten ihre Marktmacht mißbraucht haben. Ihre Öl-Produkte boten sie Zwischenhändlern zu überhöhten Preisen an, während die eigenen Tochterunternehmen günstiger bedient wurden.

Von den blitzschnell angeklagten Unternehmen konnte sich nur SurgutNefteGas ungeschoren aus der Affäre ziehen – der Marktanteil liegt bei acht Prozent und von einer marktbeherrschenden Stellung kann nicht die Rede sein.

Saftige Strafen


Die übrigen Unternehmen könnten empfindlich zur Kasse gebeten werden, auch wenn ihr Marktanteil nicht unbedingt viel größer ist als der von SurgutNefteGas: Gazprom-Neft hält rund zehn Prozent des Markts für Öl-Produkte, TNK-BP kontrolliert 12,35 Prozent. Deutlich größer die Anteile von Lukoil und RosNeft: Sie betragen 18,59 Prozent beziehungsweise 21,33 Prozent des Marktes.

Jetzt drohen den überführten Monopolisten Strafen in Höhe von einem und 15 Prozent des Gewinns aus dem Verkauf von Öl-Produkten im Jahr 2007. Und erstmals werden diese Strafen auf den russlandweiten Gewinn angerechnet – bisher hatte die FAS lediglich gegen regionale Tochterunternehmen der Öl-Multis Strafen verhängt.

Laut Berechnungen der Tageszeitung „Kommersant“ könnte die Strafe für Gazprom-Neft maximal bei rund 240 Millionen Euro liegen; für TNK-BP könnten rund 220 Millionen Euro Bußgelder fällig werden.

Mit Lukoil und RosNeft wird sich die Kartell-Behörde FAS im Oktober dieses Jahres beschäftigen.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Montag, 29.09.2008
Zurück zur Hauptseite








Containerumschlag im Hafen von St. Petersburg: Auf diese Weise importiert Russland vor allem - exportiert werden vorrangig Rohstoffe wie Öl, Gas, Metall und Holz.(Topfoto:Deeg/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>






Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Der Russland-Aktuell
und RIA Nowosti
Wirtschaft-Monitor

28.05.2012Norwegisches Unternehmen Kvaerner will Vertretung in Russland eröffnen
28.05.2012Fridman verlässt Chefposten bei Ölkonzern TNK-BP
27.05.2012Hague reist nach Moskau: Syrien und Iran sowie bilaterale Beziehungen im Mittelpunkt
26.05.2012Experte: Daimler wird Anteil an Kamaz bis Jahresende kaum aufstocken
25.05.2012Gazprom will Gaspipeline South Stream nicht nach Österreich bauen (Zusammenfassung)

Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
André Ballin, Moskau

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
St.Petersburg
Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns mehr zeigen!“
Kopf der Woche
Deripaska setzt auf Ex-Stasi-Agent und Putin-Spezi
Kommentar
G-8 u ASEAN: russische-amerikanische Beziehungsprobleme
Moskau
Protest-Lager: Barrikadnaja statt Saubere Teiche
Thema der Woche
Ämtertausch vollendet: Medwedew ist Premierminister
Kaliningrad
AirBerlin nimmt Kaliningrad wieder in Flugplan auf

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com