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Die Ostsee-Pipeline ist eines der Riesenprojekte von Gazprom. Eine weitere Expansionsrichtung ist Asien (Foto: Packeiser/.rufo)
Die Ostsee-Pipeline ist eines der Riesenprojekte von Gazprom. Eine weitere Expansionsrichtung ist Asien (Foto: Packeiser/.rufo)
Montag, 23.06.2008

Gazprom soll größtes Unternehmen der Welt werden

Moskau. Groß - gigantisch - Gazprom. Der russische Erdgasmonopolist will weiter wachsen. Innerhalb der nächsten 7-8 Jahre werde Gazprom bei der Kapitalisierung zum größten Konzern der Welt, verkündete Vorstandschef Alexej Miller.

Mit einer Kapitalisierung von 347 Mrd. USD ist das Unternehmen derzeit die Nummer drei des Planeten. Einen höheren Markwert weisen nur die chinesische Petrochina und der amerikanische Ölkonzern Exxon auf.

Gazprom will Nummer 1 werden


Doch diese Reihenfolge werde sich ändern, verkündete Alexej Miller. "Unsere Prognose lautet: In den nächsten 7 - 8 Jahren erhöht sich der Kapitalwert von Gazprom auf eine Billion USD. Wir leiden nicht an Gigantomanie, aber Erster werden wir auf alle Fälle", sagte er.

Grund für seinen Optimismus schöpft der Gazprom-Chef vor allem aus der riesigen Nachfrage nach russischem Gas in Asien. "Die potenzielle Nachfrage nach Gas wird weltweit in den nächsten 20 Jahren um das siebenfache steigen", erklärte Miller.

Steigender Verbrauch treibt Kapitalisierung Gazproms in die Höhe


Vor allem in den Entwicklungsländern Asiens wächst der Verbrauch ungeachtet der rasant steigenden Energiepreise an. In China hat sich der Energieverbrauch in den letzten zehn Jahren verdoppelt, in Indien stieg er um 50 Prozent an. Dabei sind diese Länder eigentlich am Anfang ihrer Entwicklung.

Bei Russland-Aktuell
• TNK-BP: Briten wollen russische Manager entlassen (19.06.2008)
• WTO-Beitritt: Gazprom kein Instrument für Außenpolitik (19.06.2008)
• US-Bericht: Medwedew hat Verbindungen zur Mafia (13.06.2008)
• Staat will sich aus den Chef-Etagen zurückziehen (09.06.2008)
• Kanada und Russland kämpfen um ewiges Eis, Öl und Gas (19.05.2008)
Im vergangenen Jahr wurden nach Berechnungen der internationalen Assoziation Cedigas knapp 3 Billionen m3 Gas verbraucht. Der Marktanteil von Gazprom lag gerade einmal bei 19 Prozent. Doch Gazprom will als Besitzer der weltweit größten Gasreserven von der Verbrauchsdynamik profitieren und seinen Anteil steigern.

Miller: "Wollen keine Kartellbildung"


Gleichzeitig versuchte Miller Befürchtungen zu zerstreuen, dass der russische Staatskonzern seine Reserven für eine Monopolpolitik nutzen werde, um die Preise in die Höhe zu treiben.

"Die Verbraucher brauchen keine Angst mehr vor Kartellen zu haben. Auf dem globalen Markt wird es immer schwerer, Preise zu regulieren", erklärte er.

Ölpreis beflügelt Gazprom-Aktien


Gazprom profitiert seit einigen Jahren stark von den wachsenden Ölpreisen. Der Ölpreis lag vor etwa zehn Jahren bei gerade einmal einem Sechstel der derzeitigen Summe. Demenstprechend niedrig war auch der daran gekoppelte Gaspreis.
Die Steigerung des Ölpreises auf sein Rekordhoch hat auch Gazprom-Papiere zu einem Börsenrenner gemacht. Expertenschätzungen dauert das Ölpreishoch noch eine Weile an. Die Voraussetzungen für eine Verdreifachung der Marktkapitalisierung von Gazprom sind also gut.


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