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Clown-Theater Pitinowych
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Freitag, 01.08.2003

Clownerien von anderen Planeten

Moskau. August, Sommerzeit, Ferienzeit – auch für die Moskauer Theater. Die sommerliche Funkstille auf den Bühnen durchbrechen alljährlich Spaßmacher und Narren: Bereits zum vierten Mal läuft momentan das Clown-Festival „Planet der Harlekinaden“. Bis zum 28. August werden 14 Gruppen aus ganz Russland und der Ukraine ihre Künste zeigen. Bei der Gala-Eröffnung am Donnerstagabend stellten sich einige der Teilnehmer dem Publikum vor.

Im ausverkauftem Haus des Theaters „Junowo Sritelja“ präsentierten bekannte Clown-Theater kurze Ausschnitte aus den Programmen, die in den nächsten Wochen auf drei Bühnen der Stadt zu sehen sein werden: Außer dem bereits erwähnten Theater stellen das „Zentrale Haus der Künstler“ und das „Theater der Kinoakteure“ ihre Bühnen für den „Planet der Harlekinaden“ zur Verfügung.


In ihrer Vielseitigkeit scheinen die eingeladenen Clowns wahrhaftig von unterschiedlichen Planeten zu stammen. Jede Gruppe hat etwas anderes im Gepäck für das Festival, das auch „Tag der geöffneten Koffer“ genannt wird. Auf dem Programm stehen Artistik, Kostüm-Stücke, Pantomime, Musik-Clownerie, philosophische Nummern und Parodie.

Einer der Teilnehmer ist das bekannte Petersburger Ensemble „Lizedeji“. Die Gruppe entwickelte sich aus der Pantomimen-Schule, die der berühmte Clowns Wjatscheslaw Polunin 1968 gegründet hat. Die Mimen wurden in Russland durch eine Posse bekannt, die in der Sylvesternacht 1980 auf 1981 im sowjetischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die Sketsche der Gruppe kommen tief aus der „russischen Seele“. Eine Nummer am Gala-Abend illustrierte deutlich: Mag es noch so viele Hindernisse geben, ein wahrer Russe lässt sich vom Wodkatrinken nicht abhalten.


Karten
an der Kasse des Theaters „Junowo Sritelja“ (geöffnet 12:00-15:00 und 16:00-19:00)
an den städtischen Theaterkassen
telefonisch unter den Nummern 729-36-75, 159-34-22
Dem Volk „aufs Maul geschaut“ haben auch “Scharaban”. Die Moskauer Künstler zielen mit ihrem „philosophisch-romantischen“ Stil nicht auf spontane Lacher, sondern auf hintergründigen Humor. So gelingt es der Gruppe auf liebevolle Weise das Verhalten der russischen Großmütterchen zu karikieren – ob sie nun in einer Kirche den Boden schrubben oder auf der Straße um „Brot“ bitten.

„Unser Festival ist mittlerweile so bekannt und beliebt, dass es sich selbst trägt und ohne Sponsoren auskommt“, sagt Alexander Prokaljenko, einer der Organisatoren des Festivals vom Kunstzentrum „Neue Kunst“. Die Veranstaltung „Planet der Harlekinaden“ entstand im Frühjahr 2000. Damals feierten die weltberühmten russischen Clowns Wjatscheslaw Polunin (53), Oleg Popow (73) und Robert Gorodezky (63) runde Geburtstage. Statt einer Party veranstalteten sie ein dreitägiges Festival in der Stadt Puschkin. Das Interesse an den Darbietungen erwies sich als so groß, dass die Organisatoren drei Monate später weitere Spektakel in Moskau auf die Bühne brachten.


Lizedeji
Lizedeji
Einer der „Gründer“ des Festivals, Robert Gorodezky, ist auch dieses Jahr Gast auf dem „Planet der Harlekinaden“. Er steht bereits über 40 Jahre als Clown auf der Bühne. Schon in jungen Jahren war er Artist beim Zirkus, fuhr Einrad und jonglierte – bis er anfing, Pantomime zu erlernen. Gorodezky stammt aus der Petersburger Schule der „Lizedeji“. Deshalb wird die Aufführung seines „Taschentheaters“ am 22. August natürlich durch andere „Pioniere“ des Mimen-Theaters unterstützt.


Sehenswert ist auch das Theater “Unison” aus Kasan. Die 1988 gegründete Gruppe verwendet in ihren Sketschen Musikinstrumente. In einer Nummer nehmen die Clowns die aufdringliche Art von Journalisten auf die Schippe und zeigen: Ein echter „Paparazzo“ kennt keine Grenzen, wenn es um ein Foto geht – selbst wenn ein Klavierkonzert dabei merkwürdige Formen annimmt. „Unison“ greifen in ihren Vorstellungen komische Situationen und groteske Szenen aus dem Leben auf. Ihre Inszenierungen stehen für sich und sind – wie fast alle Aufführungen des Festivals – ganz ohne Worte verständlich.

(sp/.rufo)

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