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Samstag, 28.10.2000

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131 Jahren veröffentlichte der russische Chemiker Dmitry Ivanovich Mendelejew das Periodensystem der chemischen Elemente. Er ordnete damit als erster die damals bekannten 63 Elemente nach dem gewicht ihres Atomkerns und schuf damit in der Chemie eine Ordnung, die noch heute Bestand hat. den heute wichtigsten Wissenschaftlerpreis, den Nobelpreis bekam Mendelejew nie. 1906 schrammte er mit einer fehlenden Stimme harfscharf an der Ehrung vorbei.

Medelejew (Mendeleev), Dmitrij Iwanowitsch

Quelle: Hollemann/Wiberg, Lehrbuch der Anorganischen Chemie

*8. 2. 1834, Tobolsk, †2. 2. 1907, St. Petersburg; russischer Chemiker Mendelejews Vater war Gymnasiallehrer, erblindete aber und verstarb 1849; die Mutter Mendelejews eröffnete daher eine Glasfabrik, die jedoch abbrannte. Daraufhin zog die Mutter mit ihrem jüngsten Kind nach Petersburg, wo Mendelejew seine 1850 begonnene Schulausbildung 1855 abschloss. 1857 wurde er Privatdozent an der Petersburger Universität, ab 1859 ging er zwei Jahre nach Frankreich und Deutschland, wo er unter anderem Robert Wilhelm Bunsens Vorlesungen hörte. Zurück in Petersburg lehrte Mendelejew organische Chemie; er promovierte 1865 und übernahm zunächst die Professur für technische und ab 1867 für allgemeine Chemie. Mendelejew gab 1890 aus Protest gegen die schlechte Behandlung von Studenten seinen Lehrstuhl ab und arbeitete ab 1893 bis zu seinem Tod als Direktor des Amtes für Maße und Gewichte.

Schon die ersten wissenschaftlichen Arbeiten Mendelejews - sie stehen auf der Basis der Atomtheorie von Charles Frederic Gerhardt - befassen sich mit physikalischer Chemie. So entwickelte Mendelejew eine empirische Formel zur Wärmeausdehnung, setzte Molekularadhäsion und Reaktivität in einen Zusammenhang und fand die absolute Siedetemperatur (1869 von Th Andrews als «kritische» Temperatur bezeichnet).

Bei seiner Suche nach einem einheitlichen Systematisierungsprinzip der 63 zur damaligen Zeit bekannten chemischen Elemente fand Mendelejew 1869, dass diese periodisch angeordnet werden können. Die Anordnung erfolgt sowohl nach dem Atomgewicht als auch nach der periodisch steigenden bzw. fallenden Wertigkeit der Elemente (daher der Name «Periodensystem der Elemente»).

Mendelejew veröffentliche im gleichen Jahr die erste Abhandlung zu diesemThema («Über den Zusammenhang zwischen den Eigenschaften und dem Atomgewicht der Elemente»), 1870 erschien Julius Lothar Meyers nahezu identische Tabelle und 1871 legte Mendelejew die ausführliche Arbeit «Über das natürliche System der Elemente» vor. Mendelejew ließ darin Lücken für noch zu entdeckende Elemente frei; zudem sagte die Eigenschaften dreier dieser «Eka-Elemente» voraus. Trotz deutscher Übersetzungen von Mendelejews Arbeiten blieb die Anerkennung zunächst aus - bis 1875 das Gallium (Eka-Aluminium) und nachfolgend die beiden anderen Elemente Scandium (Eka-Bor) und Germanium (Eka-Silizium) samt deren vorhergesagten Eigenschaften entdeckt wurden.

Mendelejews spätere Untersuchungen, zum Beispiel über die Elastizität von Gasen und die «Untersuchung wässriger Lösungen nach dem spezifischen Gewicht» (1887) blieben ohne tiefgehende Resultate. Zeitlebens befasste sich Mendelejew auch eingehend mit der wirtschaftlichen Entwicklung seines Landes und der Ausbeutung der Naturschätze. Er widmete sich zudem der Wetterkunde und dem Schiffbau, der Kunst und der kritischen Auseinandersetzung mit dem Spiritismus. 1887 stieg Mendelejew alleine in einem Ballon auf, um eine Sonnenfinsternis zu fotografieren und 1891 entwickelte er einen neuen Zolltarif .

Von seinen Büchern ist Mendelejews «Lehrbuch der organischen Chemie» (1861), vor allem aber «Grundlagen der Chemie» zu nennen (1869, achte Auflage 1906; englische Übersetzung 1905). Die «Grundlagen» gelten als eines der besten und originellsten Bücher, die je über Chemie geschrieben wurden. Mendelejew war Mitglied der bedeutendsten wissenschaftlichen Akademien, Ehrendoktor zahlreicher Universitäten sowie Träger der Davy-Medaille (1882 zusammen mit L. Meyer) und der Copley-Medaille (1905) der Royal Society. Den Nobelpreis für Chemie erhielt er 1906 mit einer fehlenden Stimme nicht und die Mitgliedschaft in der Petersburger Akademie der Wissenschaften war ihm wegen seiner fortschrittlichen politischen Haltung verwehrt.

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