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| Mick Jagger hatte offenbar seinen Gefallen am Petersburger Publikum (Foto: fontanka,.ru) | |
Montag, 30.07.2007
SPB: Die Stones rollten über den Schlossplatz
St. Petersburg. Satisfaction für 40.000 Menschen – das brachte das Konzertereignis des Jahres: Auf dem Schlossplatz gastierten die Rolling Stones. Und die Rocker an der Renten-Altersgrenze ließen es mächtig krachen.
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„Dobry wetscher Piter!“ – Mick Jagger hatte sogar einige russische Sätze eingeübt, um sich mit seinem Publikum besser zu unterhalten. Aber die Sprache der Stones-Musik wäre auch ohne diese philologische Leistung dem Publikum verständlich gewesen: von weit her waren die Fans angereist. Aus Moskau kamen sie gleich in ganzen Eisenbahnzügen sowie aus der obersten Politebene: Unter den Gästen war auch der Erste Vizepremier und Putin-Kronprinz Sergej Iwanow.
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Mick Jagger demonstriert ewige Jugend
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Aus ihrem neuesten Album „A Bigger Bang“, dem auch die aktuelle Tour gewidmet ist, spielten die Stones nur den Song „Rough Justice“. Der Rest waren große und ganz große Hits – das Publikum kam mächtig in Bewegung und die Altherrenriege auf der Bühne auch: Jagger fegte mit seinen 64 Jahren (so alt wurde er tags darauf) wie ein Derwisch da oben hin und her und brachte sogar die Bühnentechniker zum Tanzen.
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Auch dem vor dem Konzert noch von einem Regenguss eingeweichten Publikum wurde es so alsbald wieder warm – und die Natur entschuldigte sich mit einem grandiosen Regenbogen über dem Generalstabsgebäude.
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Das Kulturgut „Rolling Stones“ toleriert sogar die Eremitage
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Auch die benachbarte Eremitage überstand das Spektakel offenbar ohne bleibende Schäden: Im Prinzip ist Russlands Kunst-Hort Nr. 1 prinzipiell gegen laute Massenveranstaltungen auf dem Schlossplatz – doch das Stones –Management schaffte es für den einzigen Auftritt in Russland auch diese Klippe zu nehmen.
Kulturstaatssekretär Michail Schwidkoi saß angesichts dieser Show mit offenem Mund da, beobachtete die Zeitung „Wedomosti“: „Es schien, entweder dachte er angestrengt über das Schicksal der Eremitage nach oder er versuchte einfach zu verstehen, wie diese riesige Heuschrecke im schwarzen T-Shirt fünf Jahre älter als er sein kann“.
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Der ganze Schlossplatz wurde zur Bühne
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Dann wurde noch mehr aufgedreht: Jagger spielte kunstfertig Mundharmonika, Gitarrist Keith Richards sang zwei Solos, es gab ein Gedenkständchen für den verstorbenen Soul-Großmeister James Brown – und dann hoben die Stones ab: Auf einem ausfahrbaren Bühnenteil fuhren sie über den Köpfen des Publikums fast in die Mitte des Schlossplatzes und intonierten „It’s only Rock’n’Roll“ - und dann, begleitet von 40.000 Back-Vokalisten, den Superhit „Satisfaction“.
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Mit einigen Jagger-Spurts über die Bühnenausleger bis in die hintersten Sektoren des Platzes und einem Riesen-Feuerwerk endete dieses fulminante Konzert.
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Die Stones selbst bescherten sich dann noch einen zweiten Höhepunkt ihres Petersburg-Aufenthaltes. Jagger hatte zur Feier seines 64. Geburtstags für Sonntag Abend die Familien seiner Bandmitglieder und 150 handverlesene Gäste eingeladen.
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Jaggers VIP-Geburtstagsfeier im Retro-Stil
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Gefeiert wurde in einem geheim gehaltenen Palast im Retro-Stil des „Silbernen Zeitalters“ um 1910 – also jener Epoche, in der das Kulturleben in St. Petersburg das letzte Mal mit solchem begeisterten Überschwang zelebriert wurde wie tags zuvor es die Stones auf dem historischen Straßenpflaster des Schlossplatzes getan hatten. (ld/rufo/St.Petersburg)
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