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Freitag, 24.07.2009
Bürgerrechtler bitten Medwedew, Kadyrow zu beurlauben
Moskau. In einem offenen Brief haben führende russische Bürgerrechtler Russlands Präsident Dmitri Medwedew darum gebeten, Tschetscheniens Präsidenten Ramsan Kadyrow zu beurlauben, so lange die Ermittlungen im Mordfall Estemirowa laufen. Anders sei eine objektive Aufklärung unmöglich.
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Natalja Estemirowa war in der vergangenen Woche ermordet worden. Unbekannte hatten sie in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny in ein Auto gezerrt und entführt. Nach dem Passieren mehrerer Kontrollpunkte luden die Entführer die Leiche der Bürgerrechtlerin dann in einem Waldstück der Nachbarrepublik Inguschetien ab.
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Estemirowa, die für die Menschenrechtsorganisation „Memorial“ über Entführungen und Folter im Kaukasus recherchiert und berichtet hatte, sei von Kadyrow mehrfach beschimpft und bedroht worden, erklärte der Leiter von „Memorial“, Oleg Orlow.
Orlow äußerte auch die Vermutung, dass Kadyrow für den Tod der Bürgerrechtlerin verantwortlich sei. Kadyrow hat die Vorwürfe zurckgewiesen und Orlow inzwischen wegen Verleumdung angeklagt. Den Mord an Estemirowa will der tschetschenische Präsident mit „volkstümlichen Methoden“ lösen.
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Gegen diese Art der Aufklärung wandten sich nun die Bürgerrechtler. „In Tschetschenien gibt es eine Konzentration aller Macht und Vollmachten in den Händen eines Menschen, Präsident Ramsan Kadyrow, der offen erklärt hat, im Widerspruch zum Gesetz über die Aufklärung von Straftaten die Ermittlungen mit „volkstümlichen Methoden“ zu lösen“, heißt es in dem Brief an Medwedew.
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Zur Aufklärung des Mordes sei es notwendig, die Materialien, die Estemirowa über Folter und andere Menschenrechtsverletzungen im Kaukasus gesammelt habe, genau auszuwerten, raten die Bürgerrechtler dem russischen Präsidenten.
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