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Samstag, 18.03.2017

Geschichte Russland: Das Ende von Kronstadt

St. Petersburg. Der 18. März 1871 gilt als Beginn der legendären Pariser Kommune. Ein anderes Zentrum des Widerstands – die Seefestung Kronstadt – fand am 18. März 1921 ihr Ende: Der legendäre „Kronstädter Aufstand“ wurde von der Roten Armee endgültig zerschlagen.

Im vierten Jahr nach der bolschewistischen Oktoberrevolution gärte es unter den Petrograder Arbeitern. Die von Lenin und seinen Mitstreitern verkündete „Diktatur des Proletariats“ hatte sich längst zu einer Diktatur einer einzelnen Partei ausgewachsen. Der im Land herrschende „Kriegskommunismus“ schnürte allen liberalen Ansätzen die Luft ab.

In Petrograd kam es im Februar 1921 zu Streiks. Die Bolschewiki reagierten mit Aussperrungen und Verhaftungen und zogen Militär zusammen, um gegen die Arbeiter vorzugehen. In der Seefestung Kronstadt auf der Insel Kotlin im Finnischen Meerbusen erklärten sich die Matrosen mit den Streikenden solidarisch.

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Das Bollwerk der Revolution meutert


Die Kronstädter Matrosen galten als treueste Anhänger der Bolschewiki. Sie waren maßgeblich am Erfolg des Oktoberumsturzes von 1917 beteiligt gewesen. Nun stellten sie sich gegen die Partei. Ihre Forderungen lauteten u. a.: Freie Wahlen zu den Sowjets (Räten), Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit für Arbeiter und Bauern, Freilassung aller „linken“ politischen Gefangenen.

Am 2. März qualifizierten Lenin und Trotzki die Kronstädter Forderungen als Meuterei. In Petrograd kam es zu weiteren Verhaftungen, über Teile der Stadt wurde das Kriegsrecht verhängt. Am 5. März stellte Trotzki das Ultimatum an Kronstadt, sich der Sowjetregierung zu unterwerfen.

Die Sowjets schießen Kronstadt weich


Ab dem 7. März wurde Kronstadt mit Artillerie beschossen. Über das Eis des Finnischen Meerbusens rollten mehrere Angriffe der Roten Armee gegen die aufständische Stadt. Zum Schluss kam es zu Straßenkämpfen. Am 18. März war der Widerstand gebrochen. Massenerschießungen und -verhaftungen schlossen sich an.

Trotz seiner verheerenden Niederlage gab der Kronstädter Aufstand den Anstoß zu einer jähen Wende.
Der Kriegskommunismus wurde von der NÖP (Neuen ökonomischen Politik) abgelöst, die in eingeschränktem Maße Privathandel erlaubte und der Sowjetunion eine dringend benötigte wirtschaftliche Erholung bescherte.

(sb/.rufo)



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stuartpet@googlemail.com 18.03.2012 - 00:02

Staatlich verordneter Mord waren die Massenerschießungen

Da hat die kommunistische Mörderbande freiheitsliebende Menschen ermordet. Ein Menschenleben war Lenin, Stalin. . . nichts wert. Sie haben das Land erpresst mit Terror über Jahrzehnte. Staatspolitik war die brutale Unterdrückung jedes Gedankens von Freiheit und Selbstbestimmung. Es war staatlich verordneter Mord an Menschen, die mehr Freiheit haben wollten. Kronstadt wurde weich geschossen steht im Text. Eine schöne Umschreibung für die Kanonenschüsse auf Arbeiterwohnungen und Häuser. Warum nennt man solche Verbrechen nicht wenigstens heute beim Namen.


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