Moskau. Am 3.März 1861, fast auf den Tag genau sechs Jahre nach seiner Thronbesteigung, erließ Zar Alexander II. das Manifest zur Aufhebung der Leibeigenschaft für 25 Millionen Bauern, das ihm den Ruf des Befreierzars einbrachte.
Seit dem gescheiterten Aufstand der Dekabristen, den sein Vater Nikolai I. bei seiner eigenen Thronbesteigung hatte niederschlagen lassen, hatte der Reformdruck im Reiche immer mehr zugenommen.
Die Forderung nach Befreiung der Bauern vom Joch der Leibeigenschaft war nicht nur in der Intelligenzia populär, sondern auch unter Staatsbeamten und Aristokraten. Nach der Niederlage im Krimkrieg, die Zar Alexander II. an die Macht brachte, waren die Reformen unaufschiebbar geworden.
Schon 1957, ein Jahr nach Kriegsende, wurde in der russischen Regierung eine „Geheime Kommission“ zur Bauernbefreiung gegründet, die begann, Konzepte für die Aufhebung der Leibeigenschaft auszuarbeiten.
Das Manifest „Über die allergnädigste Gewährung der Rechte freier ländlicher Bewohner für die leibeigenen Menschen“ wurde von Alexander am 3.März unterschrieben. Verkündet wurde es in den beiden Hauptstädten, St.Petersburg und Moskau, am 5.März 1861, der in jenem Jahr der Vergebungs-Sonntag war, das Kirchenfest am Ende der Butterwoche.
Mach mal Pause, erst recht in dieser Hitze. Das dachte sich auch dieser Kranführer im Petersburger Hafen, dem dafür wenigstens ein luftiges Plätzchen zur Verfügung steht.( Topfoto: Deeg/.rufo)