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In den Regen gekommen ist der TV-Kanal Doschd nach einer umstrittenen Umfrage (Foto: tvrain.ru)
In den Regen gekommen ist der TV-Kanal Doschd nach einer umstrittenen Umfrage (Foto: tvrain.ru)
Donnerstag, 30.01.2014

Kremlkritischer Sender in Russland vor dem Aus

Moskau. Der kremlkritische Fernsehsender „Doschd“ steht vor dem Aus: Mehrere Kabelbetreiber haben den Sender aus ihrem Netz genommen. Auslöser war eine umstrittene Umfrage über die Blockade von Leningrad.

Doschd hatte zum 70. Jubiläum der Entsetzung Leningrads (inzwischen St. Petersburg) seine Zuschauer gefragt, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, die Stadt im Zweiten Weltkrieg aufzugeben und der Wehrmacht zu überlassen, um damit „hunderttausende Menschenleben zu retten“ – die Blockade forderte über eine Million ziviler Opfer. Die Umfrage löste eine Welle der Empörung in Russland aus.

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• Staatsanwalt nimmt Oppositionssender ins Visier (16.02.2012)
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Geschichtsbeleidigung und Extremismusvorwurf


Der Duma-Abgeordnete und Vorsitzende des russischen Veteranenverbands, General Michail Moisejew, nannte die Umfrage eine „Beleidigung unserer Geschichte und Verrat gegenüber dem eigenen Volk“.

Trotz einer öffentlichen Entschuldigung des Senders und der Löschung der Umfrage auf der Internetseite folgte weitere Kritik. Am Donnerstag wurde bekannt, dass auch die Staatsanwaltschaft von St. Petersburg Ermittlungen gegen den Kanal wegen Extremismusverdachts aufgenommen hat.

Gezielte Kampagne?


Gleichzeitig haben die drei großen Kabelnetzbetreiber NTW Plus, Akado und Dom.ru den Sender aus ihrer Palette genommen. Der Sender ist über Kabel und per Internet zu empfangen. Doschd-Chefredakteur Michail Sygar vermutet, dass es sich bei der Kampagne um einen „politischen Auftrag“ handle, der seit 2011 existierende Sender Doschd ist für seine kremlkritische Berichterstattung bekannt und bietet auch bekannten Oppositionspolitikern eine Plattform.

Tatsächlich hatte zuvor Wladimir Putins Pressesprecher Dmitri Peskow die Umfrage als „jenseits aller Moral“ kritisiert, eine Schließung des Kanals durch die Behörden allerdings ausgeschlossen. Es sei Sache der Kabelnetzbetreiber zu entscheiden, ob sie einen solchen Sender weiterhin ausstrahlen wollten, sagte er.

(ab/epd/.rufo)



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