Duma-Abgeordneter, Chef der LDPR, Präsidentschaftskandidat
Zitat: «Die russischen Soldaten werden ihre Stiefel noch im Indischen Ozean waschen.».
Geboren: 25.04.1946 in Alma-Ata, Kasachstan
Laufbahn:Absolvent des Afrika-Asien-Institut der MGU. Leiter der juristischen Abteilung des Mir-Verlages. Gründer der LDPR. Dreifacher Präsidentschaftskandidat seiner Partei.
Freunde: Eduard Limonow (Vorsitzender der National-Bolschewistischen Partei Russlands). Gerhard Frey (DVU-Chef). Saddam Hussein. Jean-Marie Le Pen (Chef der französischen Nationalisten). Alexander Lukaschenko (Präsident Weißrusslands). Leonid Markelow (Gouverneur der Republik Mari El).
Skandale:Skandalpolitiker Nummer 1 in Russland. Zuletzt forderte Schirinowski in sichtlich betrunkenem Zustand Anfang 2003 die Bombardierung von Baku und Tiflis. Außerdem beschimpft er in unflätiger Weise Amerika und warnt die USA vor einem Vergeltungsschlag Russlands bei einem Krieg gegen den Irak.
Familie: Verheiratet. Schirinowskis Sohn Igor Lebedew leitet die LDPR-Fraktion in der Staatsduma
Hobbies:Jagd und Reisen. Schirinowski spielt gern Volleyball
Laufbahn:
November 2002:Schirinowski kündigt an, bei der Präsidentenwahl 2004 anzutreten.
Herbst 2002: Schirinowski nennt den georgischen Präsidenten Eduard Schewardnadse einen „Verbrecher, auf den das Haager Kriegstribunal wartet.“
Sommer 2001: Schirinowski spricht sich für die Wiedereinführung der Monarchie in Russland aus.
Mai 2000: Vorschlag von Schirinowski, die Gouverneurswahlen abzuschaffen und die Gouverneure vom Präsidenten direkt bestimmen zu lassen.
März 2000: Teilnahme an der Präsidentenwahl. Schirinowski erhält über 2 Millionen Wählerstimmen. Voraus geht ein Streit mit der zentralen Wahlkommission, die ihm auf Grund von falschen Eigentumsangaben am 17. Februar die Zulassung zur Wahl verweigert. Das Oberste Gericht hebt die Entscheidung am 7. März 2000 wieder auf.
19.Januar 2000: Wahl Schirinowskis zum Vizepräsidenten der Duma.
Dezember 1999: Bei den Duma-Wahlen erhält der „ Schirinowski-Block“ 5,98% der Stimmen und er selbst wird erneut Duma-Abgeordneter.
Oktober 1999: Die Zentrale Wahlkommission untersagt der LDPR bei den Duma-Wahlen anzutreten, daraufhin wird der „Schirinowski-Block“ gegründet.
18. Juni 1996: Schirinowski tritt bei den Präsidentenwahlen an und scheitert in der ersten Runde. Er erhält 5,78% der Stimmen.
Dezember 1995: Schirinowski bleibt auch in der sechsten Duma Abgeordneter und Fraktionschef.
1993 – 1995: Abgeordneter der fünften Duma, Vorsitzender der LDPR-Fraktion LDPR.
1991: Kandidat der ersten russischen Präsidentenwahlen.
Seit 1990: ist Schirinowski unangefochtener Führer der von ihm gegründeten LDPR.
1983 – 1990: Leiter der juristischen Abteilung des Verlages „Mir“.
1975 – 1983: Arbeit im „Injurkom“, einer Agentur, die sich mit dem Nachlass im Ausland verstorbener Russen beschäftigte.
Januar – Mai 1975: Mitarbeiter des Dekans der Gewerkschaftshochschule.
1973 –1975: Arbeit im „sowjetischen Komitee für den Frieden“ in der Abteilung Westeuropa.
1972 – 1977: Abendstudium an der Juristischen Fakultät der Lomonossow-Universität.
1970 – 1972: Dienst in der Politverwaltung des Militärbezirkes Transkaukasien in Tiflis.
1965 – 1967: Studium an der Universität für Marxismus-Leninismus an der Fakultät für internationale Beziehungen.
1964 – 1970: Studium an der Lomonossow-Universität, Fakultät für östliche Sprachen. Spezialisierung auf türkische Sprache und Literatur.
Freunde und Team:
Jean-Marie Le Pen (Chef der französischen Nationalisten): Nach dessen überraschend gutem Ergebnis bei den französischen Präsidentschaftswahlen 2001 schickt Schirinowski ein Glückwunschtelegramm und organisiert sogar eine Unterstützungsdemo für Le Pen in Moskau.
Auf den Parteiveranstaltungen der DVU ist Schirinowski häufig an der Seite Gerhard Freys zu sehen.
Bei einem Besuch in Weißrussland bescheinigt er dem Präsidenten Alexander Lukaschenko, sehr gute Arbeit geleistet zu haben und behauptet: «Weißrussland ist im Vergleich zu anderen Sowjetrepubliken eine ruhige und gut entwickelte Republik.»
Saddam Hussein gilt als enger Freund Schirinowskis. Schirinowski besucht den Diktator des öfteren im Irak. Als die USA den Sturz Saddams vorbereiteten, droht Schirinowski mit einem russischen Vergeltungsschlag.
Mit Eduard Limonow verbinden den LDPR-Chef nur zeitweise übereinstimmende Interessen, doch immerhin setzte er sich für dessen Entlassung aus dem Gefängnis im Juni 2003 ein.
Der Gouverneur der Teilrepublik Mari El Leonid Markelow ist ein Parteifreund Schirinowskis.
Feinde:
Boris Nemzow: 1995 schüttet Schirinowski in einer Fernsehdiskussion dem damaligen Gouverneur Nischni-Nowgorods und späteren Vize-Premier Russlands Nemzow Saft ins Gesicht, als der ihn wegen eines Playboy-Interviews angreift.
Grigori Jawlinski, Irina Chakamada (Vize-Chefin der Duma) und Anatoli Tschubais
sind politische Gegner und persönliche Feinde Schirinowskis.
Gennadi Selesnjow (Duma-Vorsitzender) ist nicht gut auf seinen Stellvertreter zu sprechen, bezeichnet ihn als Peinlichkeit für das Parlament und bittet die Journalisten, Schirinowski nicht als Vize-Präsidenten der Duma zu bezeichnen.
Den Zentralbankchef Sergej Ignatjew kann Schirinowski nicht leiden, weil er eine ihm völlig entgegen gesetzte Mentalität hat. In einem Interview erklärt Schirinowski: «Ich mag den Ignatjew nicht, das ist so ein komischer stiller Typ.».
Skandale:
Fällt immer wieder durch die verrücktesten Sprüche und Gesetzesvorlagen auf. Fordert beispielsweise, dass Russland eine Monarchie werden solle, die Gouverneure nicht mehr gewählt, sondern direkt vom Präsidenten bestimmt werden, jeder Russe täglich eine Flasche Wodka erhalten solle.
Anfang 2003 fordert Schirinowski in sichtlich betrunkenem Zustand die Bombardierung Bakus und Tiflis´. Außerdem beschimpft er in unflätiger Weise Amerika und warnt die USA vor einem Vergeltungsschlag Russlands bei einem Krieg gegen den Irak. Den amerikanischen Präsidenten nennt er dabei einen Cowboy. Nachdem eine Videoaufzeichnung des Auftritts im russischen Fernsehen gesendet wird, schrammt Schirinowski haarscharf an seiner Entlassung als Duma-Vize vorbei.
Nachdem bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City russische Athleten wegen Dopings disqualifiziert wurden, wettert Schirinowski, die Entscheidungen der Schiedsrichter seien die Rache an Russland für den Sieg im Vaterländischen Krieg.
1995 schüttete Schirinowski in einer Fernsehdiskussion dem damaligen Gouverneur von Nischni-Nowgorod und späteren Vize-Premier Russlands Boris Nemzow Saft ins Gesicht, als der ihn wegen eines Playboy-Interviews angreift. Als Versöhnungsgeste tauschen die beiden Politiker später eine Flasche Wodka aus. Diese wirft Schirinowski anschließend aus dem Fenster des Duma-Gebäudes, während Nemzow seine Flasche auf gepanschte Zusatzstoffe untersuchen lässt.
Schirinowski reicht bei der Lomonossow-Universität eine Habilitationsschrift ein, ohne vorher eine Doktorarbeit geschrieben zu haben. Dies ist zwar in Ausnahmefällen möglich, doch handelt es sich dann um eine geschlossene Schrift, deren Inhalt besondere und neue Erkenntnisse bringt. Wladimir Schirinowski reicht lediglich ein Sammelsurium seiner politischen Veröffentlichungen ein, wird aber dennoch an Russlands renommiertester Hochschule zum Dr. habil.
Familie und Eltern:
Seit mehr als 30 Jahren mit Galina Lebedjewa verheiratet. Hat einen Sohn.Igor Lebedew leitet die LDPR-Fraktion in der Staatsduma
Der Vater Schirinowskis soll nach Aussage Wladimirs ein polnischer Jude gewesen sein. Dies behauptet der Skandalpolitiker zumindest 2001. Vorher hatte er jahrzehntelang eine jüdische Abstammung verleugnet.
Hobbies und Charakter:
Schirinowski liebt die Jagd und Sportschießen. Er reist und spielt gern Volleyball. Er gilt als impulsiv und populistisch, gibt sich gern volksnah, ist jedoch stets loyal gegenüber den Machthabern. In prinzipiellen Fragen stimmt Schirinowskis Fraktion immer so ab, wie es dem Willen des Kreml entspricht. Schirinowski spricht Englisch, Deutsch, Französisch und Türkisch.
Zitate:
«Die russischen Soldaten werden ihre Stiefel noch im Indischen Ozean waschen.»
«Weißrussland ist im Vergleich zu anderen Sowjetrepubliken eine ruhige und gut entwickelte Republik»
„Mein Vater war Jude.“ (Schirinowski bekannte seine jüdische Abstammung in einem Interview mit der israelischen Tageszeitung „Haaretz“. Schirinowski gilt als Antisemit und weigert sich beispielsweise im April 2001 anlässlich einer Gedenkminute für die Opfer des Holocausts im russischen Parlament aufustehen)
Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)