Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister
Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Russische Autofahrer protestierten gegen die Arroganz der Blaulicht-VIPs und Polizei- und Justizwillkür (foto: NTW/newsru)
Russische Autofahrer protestierten gegen die Arroganz der Blaulicht-VIPs und Polizei- und Justizwillkür (foto: NTW/newsru)
Montag, 13.02.2006

Autofahrer protestieren gegen Blaulicht-Willkür

St. Petersburg. In etwa 20 russischen Städten protestierten am Wochenende Autofahrer gegen wild rasende Blaulicht-Limousinen und das harte Urteil im Prozess um den tödlichen Unfall des Altaj-Gouverneurs Jewdokimow.

Die größten Autofahrer-Demonstration fanden am Sonntag in Barnaul und in Moskau statt: Nach Presseberichten fuhren über 1.000 Autos mit eingeschalteter Warnblinkanlage, aufgeklebten Plakaten und orange-schwarzen Bändchen behängt durch die Hauptstadt und paralysierten an einigen Straßenkreuzungen den Verkehr. Nach Behörden-Angaben nahmen nur etwa 250 Automobilisten an der Aktion teil.

Verkehrspolizei schikanierte Auto-Demonstranten


Auf der Fahrtroute der Protestierer von Krilatskoje zu den Sperlingsbergen versuchte die Verkehrspolizei GAI mit allen Mitteln, die Kolonne in kleine Gruppen zu zerschlagen. Zahlreiche Autofahrer wurden von GAI-Streifen zur Dokumentenkontrolle angehalten und wegen Bagatell-Verstößen bestraft. Auch die Ampelschaltungen wurden einem Bericht des „Kommersant“ zufolge zum Ausbremsen der Kolonne sowie zur Provokation von Regelverstößen durch die Autofahrer eingesetzt.

Auch in etwa 20 anderen russischen Städten versammelten sich Autofahrer zu Protesten gegen das Urteil gegen Oleg Schtscherbinski. Dieser war von einem Gericht in Barnaul zu vier Jahren Strafkolonie verurteilt worden, weil er angeblich den tödlichen Unfall des Gouverneurs des Altaj-Gebietes, Michail Jewdokimow zu verantworten hat.

Mit 200 in die Böschung geknallt – Schuld ist dann ein anderer


Dessen Blaulicht-bestückter Mercedes war auf einer Landstraße mit sehr hoher Geschwindigkeit (zwischen 150 und 200 km/h) beim Überholen nach einer leichten Kollission mit Schtscherbinskis Toyota in eine Böschung geflogen, wobei Jewdokimow und zwei weitere Insassen ums Leben kamen. Nach dem Unfall waren zunächst Gerüchte umgegangen, es handele sich um ein Attentat. Und Präsident Wladimir Putin hatte gesagt, die Ursache sei darin zu suchen, dass ein rechtsgelenker japanischer Gebrauchtwagen inden Unfall verwickelt war.

Wut auf Blaulicht-VIPs und Verkehrspolizei


Bei Russland-Aktuell
• Vier Jahre Haft wegen tödlichem Gouverneurs-Unfall (03.02.2006)
• Autofahrer protestieren gegen Justizwillkür (06.02.2006)
• Staus in Moskau: Minister muss zu Fuß gehen (14.12.2005)
• Alexander Karlin neuer Gouverneur im Altai (25.08.2005)
• Umstrittener Altai-Gouverneur stirbt bei Autounfall (07.08.2005)
„Heute Schtscherbinski, morgen du“: Neben dem als ungerecht empfundenen Urteil protestierten die Autofahrer auch gegen die Unverfrorenheit, mit der die Blaulicht tragenden Dienstwagen hoher Beamter auf Russlands Straßen alle Regeln missachten und immer wieder gefährliche Situationen provozieren. „Blaulicht für Rettungswagen und nicht für Mörder“ lautete eine Losung. „Beamte sind zu einer unantastbaren Kaste auf den Straßen geworden, die die Verkehrsregeln grob missachten“, sagte ein Redner auf einer Kundgebung in Wladiwostok. Und die für Polit-VIPs auch noch zu Straßensperrungen und Eskorten abgestellte Verkehrspolizei GAI toleriere diese Regelverstöße, während sie sich in Hinterhalten an gewöhnlichen Autofahrern schadlos halte, kritisierten die Demonstranten.

Gouverneur Jewdokimow war nicht einmal angeschnallt

,

Wie die Autozeitschrift „Za ruljom“ berichtete, ging der Jewdokimow-Unfall im August vor allem deshalb so tragisch aus, weil alle Insassen des S-Klasse-Mercedes nicht angeschnallt waren. Darüberhinaus hätte der Fahrer des Gouverneurs zuvor nur Omnibusse chauffiert und keine spezielle Ausbildung für den VIP-Transport genossen. Wäre er an dem Auto des Fahranfängers Schtscherbinski, der sich an einer Kreuzung vorschriftsmäßig zum Linksabbiegen zur Fahrbahnmitte hin eingeordnet hatte, nicht links, sondern rechts vorbeigerast, wäre auch nichts passiert, resümierte die Fachzeitschrift.

Schtscherbinskis Anwalt Sergej Schmakow erklärte gegenüber der „Iswestija“, dass er das Urteil anfechten werde. „Wir fordern einen völligen Freispruch“, sagte der Jurist.

(ld/.rufo)


Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Montag, 13.02.2006
Zurück zur Hauptseite







(Topfoto: Archiv/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>










Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>


Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
St.Petersburg
Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns mehr zeigen!“
Kopf der Woche
Deripaska setzt auf Ex-Stasi-Agent und Putin-Spezi
Kommentar
G-8 u ASEAN: russische-amerikanische Beziehungsprobleme
Moskau
Protest-Lager: Barrikadnaja statt Saubere Teiche
Thema der Woche
Ämtertausch vollendet: Medwedew ist Premierminister
Kaliningrad
AirBerlin nimmt Kaliningrad wieder in Flugplan auf
Der Russland-Aktuell
Nachrichten-Monitor
Montag, 28. Mai
01:03 

Geschichte Russland: Rust landet auf dem Roten Platz

Sonntag, 27. Mai
01:03 

Russland Geschichte: St. Petersburg und Tsuschima

Samstag, 26. Mai
01:03 

Geschichte Russland: Nikolaus II. wird gekrönt

Freitag, 25. Mai
20:02 

CH-Staatsanwälte legen Deripaska-Klagen zu den Akten

18:27 

Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister

18:03 

Baku: Missklänge beim Grand Prix – vorrangig politisch

17:09 

26-facher Mumienmacher muss in psychiatrische Klinik

16:26 

Medwedew will „Einiges Russland“ intern demokratisieren

14:37 

Russische Motorradfahrer im Irak freigelassen

13:28 

Fünf Tote: Familientragödie unter Russen in den USA

12:47 

Schlägerei bei Sprach-Debatte im ukrainischen Parlament

11:09 

Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei

09:27 

Ferien! Heute letzter Schultag für Russlands Schüler

01:03 

Russland Geschichte: Aus finstersten Tiefen

Donnerstag, 24. Mai
18:22 

ESC: udmurtische Äffin sagt Sieg der Babuschki voraus

17:57 

Russland verliert Raketen-Radarstation in Aserbaidschan

17:22 

Trotz Timoschenko: Polen und Ukraine erwarten gute EM

16:14 

Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns zeigen!“

15:04 

Alu-Zar Deripaska verliert Petersburger Großprojekt?

13:58 

Minister verspricht Abschleppdienst per Helikopter

12:42 

Irak: Vier russische Biker sitzen in Militär-Gefängnis

12:13 

Vergewaltigtes Kind im Müllschlucker: 22,5 Jahre Haft

10:53 

Kremlwache kauft Atomschlag-sichere Kinder-Wiegen

09:23 

Demonstrantenführer Udalzow wieder auf freiem Fuß

01:03 

Geschichte Russland: Die „Aurora“ läuft vom Stapel

Mittwoch, 23. Mai
18:23 

Moskauer sollen eigene Speakers Corners bestimmen

17:53 

Ukraine lehnt Behandlung von Häftlingen im Ausland ab

17:13 

Verletzte bei Bruchlandung von Militärflugzeug

16:24 

Vor der EM: Sportjournalist pöbelt über Nationalspieler

15:11 

Tschetschenische Saurier-Eier sind profane Steine

13:51 

Kapitalflucht aus Russland kann auf 100 Mrd. USD steigen

12:35 

Anti-Alkoholkampagne: Wodka in Jakutien nur nachmittags

12:04 

Rosneft-Boss Setschin – der Mann, der Yukos beerbte

10:20 

Russlands Pop-Omas singen sich ins Finale des ESC

08:53 

Gorbatschow dementiert Gerüchte über seinen Tod

Unseren kompletten
aktuellen News-Uberblick
finden Sie bei
russland-news.RU

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com