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Ermittler am Tatort (Foto: www.newsru.com)
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Montag, 21.08.2006

Bandenkrieg in Moskau: Bombe zerreißt zehn Menschen

Moskau. Die Halle des „Eurasien“-Marktes im Osten Moskaus, in der noch am Morgen mit billigen chinesischen Schuhen und vietnamesischen Hemden gehandelt worden war, bot ein Bild der Verwüstung.

Unter dem nach zwei schweren Explosionen teilweise eingestürzten Dach der Markthalle fanden die Rettungskräfte Leichen, umgestürzte Schaufensterpuppen und zersplitterte Glasvitrinen.

Verletzte in kritischer Verfassung


Bei Russland-Aktuell
• Zehn Tote bei Bombenanschlag auf Markt in Moskau (21.08.2006)
• Bassajews Tod Zufall oder doch Spezialoperation? (11.07.2006)
• Inguschetien: Ober-Terrorist Bassajew ist tot (10.07.2006)
• Zwei Terroranschläge erschüttern Inguschetien (09.06.2006)
Mindestens zehn Menschen kamen bei dem Bombenanschlag im Moskauer Stadtteil Tscherkisowo ums Leben, etwa 50 wurden verletzt. Bis zum Abend konnten noch nicht alle Toten identifiziert werden, die meisten Opfer sollen Gastarbeiter aus dem mittelasiatischen Tadschikistan sein, die auf dem Gelände als Lastenträger tätig waren, berichteten Augenzeugen Russland- Aktuell. „Einige der Verletzten sind in äußerst kritischer Verfassung“, erklärte ein Unfallarzt.

Zwischenzeitlich gab es sogar Gerüchte über noch mehr Tote. Unklar blieb bis zum Abend auch, ob wirklich - wie anfangs bekannt gegeben – zwei Kinder unter den Toten sind .

Bereits nach wenigen Stunden war für die Ermittler klar, dass es sich um einen Sprengstoffanschlag und keinen Unfall gehandelt hatte. In einem Cafe auf dem Markt war ein in einer Tasche versteckter Sprengsatz detoniert. Anschließend explodierte eine nahestehende Gasflasche. Die Moskauer Polizei konnte schon am Nachmittag einen ersten Fahndungserfolg vorweisen. Zwei Männer wurden verhaftet, die den Sprengsatz angeblich auf das Gelände gebracht haben sollen. „Die beiden bestreiten alles“, erklärte allerdings ein Sprecher des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB.

Tscherkisowo-Markt von Banden umkämpft


In den vergangenen Jahren explodierten in Russland immer wieder Bomben auf Märkten. Ein Teil dieser Terrorakte geht vermutlich auf das Konto tschetschenischer Extremisten. Die Behörden halten im Fall des jüngsten Anschlags allerdings einen politisch motivierten Anschlag für unwahrscheinlich. Die Ermittler gingen vielmehr davon aus, dass es sich um einen Machtkampf rivalisierender Unterweltgruppen handele, so der Moskauer Staatsanwalt Juri Sjomin.

Um den Einfluss auf dem Markt in Moskau-Tscherkisowo, auf dem vor allem Händler aus Ostasien und den südlichen GUS-Staaten ihre Waren verkaufen, toben offenbar bereits seit längerer Zeit heftige Kämpfe. Allein im vergangenen Jahr musste die Feuerwehr zweimal ausrücken, um mysteriöse Grossfeuer auf dem Gelände zu löschen.

(kp/.rufo)


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