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| Das Geiseldrama von Beslan forderte weit über 300 Menschenleben (Foto: NTW) | |
Dienstag, 16.05.2006
Beslan-Terrorist: Schuldig in allen Anklagepunkten
Moskau. Im Obersten Gericht von Nordossetien geht der Prozess gegen den einzigen lebend gefangen genommenen Geiselnehmer von Beslan zuende. Nurpaschi Kulajew wurde in allen Punkten für schuldig befunden.
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Nach 61 Prozesstagen begannen die Richter am Montag mit der Verkündung des Urteils gegen den 24-Jährigen. Das Strafmaß für seine Verbrechen ist vorerst noch unklar. Denn wie bei der Verurteilung des Ölmagnaten Michail Chodorkowski wird auch in diesem Fall allein die Urteilsverlesung mehrere Tage lang dauern.
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Angeklagter plädierte auf unschuldig
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Im überfüllten Gerichtssaal hatten nicht einmal alle Angehörigen der in der Schule von Beslan umgekommenen Kinder und Erwachsenen Platz nehmen können. Denn nicht nur in der kleinen Kaukasus-Republik Nordossetien fehlen Gerichtssäle für das Ausmaß der verübten Verbrechen mit 331 Todesopfern und über 1.100 Geiseln. Allein die bloße namentliche Aufzählung aller Opfer der Massengeiselnahme dauerte 15 Minuten, berichtete das russische Staatsfernsehen. Eine Polizistenhundertschaft sicherte das Gelände rund um das Gericht ab.
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Kulajew war angeklagt, an einer Geiselnahme beteiligt gewesen zu sein, illegal Waffen besessen und sie gegen „offensichtlich hilflose Personen“ eingesetzt zu haben, einen Mord an zwei oder mehr Menschen sowie einen Terrorakt verübt zu haben. Während der stellvertretende Generalstaatsanwalt Nikolai Schepel gefordert hatte, trotz des geltenden Moratoriums die Todesstrafe gegen Kulajew zu verhängen, hatten die Verteidiger auf lebenslange Haft plädiert. Kulajew selbst, der mutmaßlich einzige Geiselterrorist, der den Sturm auf die Schule überlebte, hatte sich für unschuldig erklärt. Er habe sich „unbewaffnet“ in dem Schulgebäude aufgehalten und niemanden getötet.
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Die Verteidiger des Terroristen kritisierten zugleich, die Hintergründe der Geiselnahme selbst seien nur unzureichend aufgeklärt worden. Staatsanwalt Schepel erklärte in der ossetischen Hauptstadt Wladikawkas, die Ermittlungen in der Hauptstrafsache zum Beslan-Geiseldrama würden noch bis zum 1. Juli fortgesetzt und erst dann abgeschlossen. Nach Überzeugung vieler Prozessbeobachter und Angehöriger sind schwere Fehler des Krisenstabes und der Sicherheitskräfte für die hohe Zahl der Todesopfer mitverantwortlich.
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(kp/.rufo)
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