 |
|
| Russland muss noch viel lernen nach der herben Niederlage gegen Spanien. Foto: rian.ru | |
Mittwoch, 11.06.2008
Euro-2008. Am Tag nach der deftigen Niederlage
Leogang. Im Lager der russischen Nationalelf herrscht Ernüchterung. Die Meinungen zum Spiel gehen auseinander - die Bandbreite der Kommentare reicht von „grottenschlecht“ bis „keine so üble Leistung“.
|
|
Nach der 1:4-Niederlage im ersten Gruppenspiel bei der Europameisterschaft gegen Spanien reden sich Experten und solche, die es gerne sein möchten, die Köpfe heiß. Juri Sewidow z. B., Ex-Stürmer von Spartak Moskau und anerkannter russischer Fußballexperte, will gestern Abend „die schlechteste Mannschaft der EM“ gesehen haben.
|
Die Mannschaft wird völlig umgekrempelt
|
„Die Spanier hätten noch viel mehr Tore schießen können, wenn sie nur gewollt hätten“, meint Sewidow gegenüber RIA Nowosti. Und: „Da war kein Mannschaftsspiel. Wir waren so langsam, als würden wir gegen Luxemburg spielen.“ Hiddinks größter Fehler sei die Kombination in der Mitte der Abwehr mit Kolodin und Schirokow gewesen.
|
Die Abwehr sei insgesamt zu dünn besetzt gewesen, um gegen solche Spielergrößen wie Torres und Villa anzukommen. Sewidow schließt nicht aus, dass Hiddink beim nächsten Spiel gegen Griechenland einen radikalen Umbau der Mannschaft vornimmt. Bleibt nur zu fragen, ob jetzt noch Zeit für einen grundlegenden Wandel ist.
|
Ein Unentschieden im zweiten Spiel wäre besser gewesen
|
Trotz der Kritik kann Russland sich noch freuen, denn Sewidow bescheinigte der Sbornaja wenigstens keine „Schande“ – dieses Etikett sparte er sich für die Leistung der Griechen gegen die Schweden auf.
Die zum Schluss hin klare Dominanz von Schweden über Griechenland kommt Russland gar nicht gut zu Pass – ein Unentschieden hätte die Sache aus russischer Sicht erleichtert. So stehen die Schweden hinter Spanien als aussichtsreichster Kandidat für das Viertelfinale da.
|
Die Niederlage ist verdient
|
Meint Cheftrainer Guus Hiddink „am Tag danach“. „Wir haben nicht schlecht begonnen und hatten das Spiel zeitweise sogar unter Kontrolle“, so Hiddink. „Aber dann hat Russland seine Chancen nicht genutzt, und Spanien hat uns dafür bestraft. Wir waren zu naiv.“ Den zweiten und vierten Treffer „haben wir zugelassen wie Kinder“.
|
Eklatante Abwehrfehler reklamiert u. a. Keeper Igor Akinfejew. Die Spanier konnten im Strafraum der Russen spazieren gehen wie im eigenen Wohnzimmer. So etwas bleibt nicht ungestraft. Dazu kam noch eine gehörige Portion Pech, denn zwei Mal verhinderten nur Pfosten und Latte sichere Treffer der Sbornaja.
|
Die Fans bleiben treu
|
Woran es der Nationalelf allerdings überhaupt nicht mangelt, ist die Unterstützung. Die Fans organisierten auf den Tribünen eine ansehnliche Show mit Fahnen und Bannern. Nach dem Spiel gab es nicht einmal ein Anzeichen von Randale in den Straßen von Innsbruck.
|
Trotz der Enttäuschung in der Auftaktbegegnung freuen sich die Fans auf die nächsten beiden Spiele. Überhohe Erwartungen waren eh von Anfang an nicht gestellt worden. So furchtbar übel war das Spiel dann doch nicht für die russischen Supporter, für die allein die Tatsache, beim europäischen Fußballfest dabei zu sein, ein Glücksmoment sondergleichen ist.
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>