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Das Ukok-Hochland im Altai - Bauplatz für eine Gaspipeline? (foto: Michailow/natur-russland.de)
Das Ukok-Hochland im Altai - Bauplatz für eine Gaspipeline? (foto: Michailow/natur-russland.de)
Freitag, 24.03.2006

Gazprom will Trasse durch Naturschutzgebiet legen

Moskau. Der russische Erdgasmonopolist will eine Gas-Pipeline nach China bauen. Die Route führt durch ein Naturreservat im Altai. Dem Ölkonzern Yukos wurde vor drei Jahren ein ähnlicher Leitungsbau verboten.


Bis zu 80 Mrd. Kubikmeter Gas will Russland ab 2011 jährlich nach China liefern. Über zwei Pipelines soll der Rohstoff aus Ost- und Westsibirien ins Reich der Mitte gepumpt werden.

Der Bau der Trassen kostet umgerechnet etwa 10 Mrd. USD. Die geplante Gasleitung „Altai“ stößt dabei jedoch auf massiven Widerstand von Umweltschützern, denn sie führt quer durch ein Reservat, das auf der Naturerbeliste der UNESCO steht.

Ukok – Heimat seltener Fauna und heilige Stätte


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Auf dem Hochplateau „Ukok“ im Altai an der Grenze Russlands zu China, der Mongolei und Kasachstan sind seltene Tier- und Pflanzenarten, wie z.B. der Schneeleopard, beheimatet. Archäologen haben über 300 Funde aus der menschlichen Frühzeit hier entdeckt. Für die Bewohner Altais gilt das Reservat als heilige Stätte.

Doch die Route wurde bereits von höchster Stelle gutgeheißen. Bei seiner Visite in China präsentierte Russlands Präsident Wladimir Putin genau diese Strecke.

Zwar ist laut Gesetz der Bau von Pipelines durch Naturschutzgebiete untersagt, doch der Status von „Ukok“ könne notfalls geändert werden, machte ein Vertreter des Bodenschatzministeriums bereits deutlich.

Umweltexpertisen fallen mit politischen Entscheidungen zusammen


Beispiele dafür gibt es bereits: So wurde der staatlichen Ölgesellschaft „Transneft“ der Bau einer Pipeline 800 Meter vom Ufer des Baikalsees entfernt gestattet. Eine staatliche Kommission, die den Bau aus Umweltschutzbedenken abgelehnt hatte, wurde aufgelöst und neu besetzt. Die zweite Kommission hatte dann bei ihrer Expertise keine Bedenken mehr.

Dem Ölkonzern Yukos hingegen verboten die Behörden den Bau einer Pipeline nach China. Auch hier hätte die Leitung ein Naturschutzgebiet unweit des Baikalsees durchquert. Dies sei eine unannehmbare Belastung für die Umwelt, hatten die Umweltexperten des Ministeriums damals geschlossen.

Die UNESCO wies die russische Führung unterdessen darauf hin, dass der Baikalsee seinen internationalen Status als „Naturerbe der Menschheit“ verlieren könnte, wenn das größte Trinkwasserreservoir der Erde durch den Pipeline-Bau beeinträchtigt oder an Wert verlieren würde.

(-ab/.rufo)


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